Infektionsquellen

orange at the pool 2Viele Möglichkeiten einer Ansteckung mit Pilzen

Durch Ansteckung hervorgerufene Pilzerkrankungen gehören sicherlich zu den unangenehmen Dingen, über die kaum jemand spricht. Dabei ist es umso wichtiger, dass Sie sich richtig schützen, um eine Ansteckung mit potenziellen Infektionsquellen zu vermeiden. Denn eines ist sicher: Pilze können sich an fast allen Stellen im Körper ausbreiten, je nachdem wie stark Ihr eigenes Immunsystem vor einer möglichen Ansteckung gewappnet ist.

Abwehrschwäche fördert Ansteckung

Der Mensch selbst kann eine Infektionsquelle für die Ansteckung sein. Denn was viele nicht wissen: einige Pilzarten, wie beispielsweise Hefepilze der Gattung Candida leben bevorzugt auf der Hautoberfläche, im Mund oder Verdauungstrakt, ohne weiter aufzufallen. Solange sie sich nicht im Übermaß vermehren, führen sie auch nicht zur Ansteckung. Manche Pilze können chemische Substanzen produzieren, die in der Lage sind, Hautzellen aufzulösen oder einfach durch sie hindurch wachsen. Selbst harte, hornige Materialien wie etwa Fuß-oder Fingernägel oder Haare sind vor einer Ansteckung nicht sicher. Zur Ansteckung führen Pilze dann, wenn die Abwehrbarriere unserer Haut Löcher hat.

Vorsicht Ansteckung!

Akute Ansteckung mit Fuß-und Nagelpilz

Am häufigsten betroffen von einer Ansteckung sind die Hautpartien an den Füßen und Nägeln. Die Dermatophyten, also die Haut-und Nagelpilze lieben ein feuchtwarmes Klima, denn dann vermehren sie sich besonders schnell. Aber auch die Haut am Körper und besonders die Kopfhaut ist anfällig für die Ansteckung mit Pilzerkrankungen. Bei Babys oder bei Menschen mit einem besonders abgeschwächten Immunsystem kann es zur Ansteckung am Mund kommen, dem sogenannten Mundsoor. Auch die Schleimhäute sind durch Ansteckung gefährdet, insbesondere sind Pilze im Genitalbereich daran Schuld, wenn Entzündungen der Scheide oder der Eichel auftreten. In seltenen Fällen kommt es zur Ansteckung innerer Organe. Mit den häufigsten Ansteckungen mit Pilzsorten wird ein gesundes Immunsystem im Regelfall aber selbst fertig.

Der Fußpilz (Tinea pedis) ist eine Pilzerkrankung mit einer besonders hohen Gefahr der Ansteckung. Anfällig für eine Ansteckung sind ganz besonders die Zehenzwischenräume, die Fußsohlen, und gelegentlich auch der Fußrücken. Infektionsquellen einer Ansteckung sind häufig feuchtwarme Orte, zum Beispiel das Schwimmbad, die Sauna oder der Hotelteppich. Um eine Ansteckung zu vermeiden, wird empfohlen, Badeschlappen zu tragen und die Füße nach dem Baden gründlich abzutrocknen. Sobald die Füße jucken, sich röten, schuppen oder nässen, liegt eine Ansteckung mit Fußpilz vor. Erreger sind Dermatophyten, spezielle Fadenpilze, die besonders hartnäckig die Haut an den Füßen, aber auch die Haare und Nägel befallen. Eine Ansteckung mit Trichophyten begrenzt sich nicht nur auf die Fußgegend.

Es ist auf alle Fälle ratsam, sich von einem Facharzt behandeln zu lassen, sobald die ersten Symptome einer Ansteckung auftreten. Allerdings kann kein Arzt auf den ersten Blick mit Sicherheit sagen, um welche Pilzart es sich bei der Ansteckung handelt. Erst im Labor wird sichtbar, um welche Art von Pilz es sich bei der Ansteckung handelt. So kann die richtige Therapie, auf den jeweiligen Pilz angepasst, begonnen werden. Denn wenn es erst einmal zur Ansteckung mit Pilzen gekommen ist, sind diese von allein schwer wieder loszuwerden. Wenn Sie selbst betroffen sind, sollten Sie die Ansteckung anderer Personen natürlich vermeiden und auf das Barfußlaufen verzichten.

Ansteckung mit Nagelpilz

Eine Ansteckung mit Nagelpilz erkennen Sie daran, dass sich die Pilze meist vom Nagelrand vorarbeiten. Zunächst fällt nur die vermehrte Hornproduktion nach Ansteckung der befallenen Stelle auf. Kurz nach der Ansteckung entstehen weißlich-gelbe oder grau-bräunliche Flecken. Wenn schließlich der gesamte Nagel befallen ist, wird er dick und bröckelig, manchmal kann er sich auch dem Nagelbett abheben. Die beste Vorbeugung, um eine Ansteckung zu vermeiden ist, dass niemand die Maniküre-Schere und Feile verwendet, mit der ein anderer gerade seine pilzbefallenen Nägel pflegt.

Ansteckung trotz gesunder Haut möglich

Einer gesunden Hautoberfläche können die Erreger normalerweise nichts anhaben, der Säureschutzmantel der Haut verhindert eine Ansteckung durch die schädlichen Pilze. Ist dieser Schutz nicht intakt, z.B. durch häufiges Duschen, gelingt es den Pilzsporen, mit ihren Zellfäden in die Oberhaut einzudringen. Der Pilz bleibt aber nicht an der Oberfläche, sondern frisst sich in die tieferen Hautschichten ein, wo er sich vermehrt und zur weiteren Ansteckung führt. Manchmal gelingt es Pilzen aber auch, den Säureschutzmantel auszutricksen. Um sich auf der Hautoberfläche festsetzen zu können, produzieren einige Pilzarten alkalische Substanzen, die den Säureschutzmantel neutralisieren.

(Wieder-)Ansteckung vermeiden

Fußpilzerreger sind wahre Überlebenskünstler, selbst in lang getragenen Socken und Schuhen können sie für eine überraschende Ansteckung sorgen. Bei Fußpilz sollten Sie alte Gewohnheiten ändern, um so eine erneute Ansteckung zu verhindern. Verzichten Sie darauf, den kompletten Tag in Turnschuhen, engen Lederschuhen oder Gummistiefeln zu laufen. Vor allem in der warmen Jahreszeit fördern nicht atmungsaktive Innenschuhe durch eine vermehrte Bildung von Feuchtigkeit das Pilzwachstum. Wer besonders unter Schweißfüßen leidet, sollte sich aufgrund der Ansteckungsgefahr nur die eigene Schuhe anziehen.

Saunen und Schwimmbäder sollten Sie wegen der Ansteckungsgefahr ausschließlich mit Badeschuhen betreten. Dort finden die meisten Ansteckungen statt. Tragen Sie nur luftige Baumwollsocken und keine aus synthetischer Faser, selbst Wollsocken sind ungeeignet. Wechseln Sie die Socken täglich. Bei einer Ansteckung sollten Sie ihre Schuhe regelmäßig desinfizieren. Spezielle Sprays und Puder finden Sie in der Apotheke oder der Drogerie. Nur so vermeiden Sie die erneute Ansteckung.

Ansteckung im Mund- und Darmbereich

Die Schleimhäute im Mundbereich und andere Bereiche des Verdauungstraktes beim Menschen sind genauso wie die äußere Haut durch eine Ansteckung mit Pilzen gefährdet. Hier sind in erster Linie Hefepilze für Ansteckungen verantwortlich. In der Mundhöhle machen sich Pilze bemerkbar, wenn sie fleckig rot wird und geschwollen aussieht. Nach der Ansteckung wird der Mund trocken, er schmerzt und man kann nicht so gut schmecken wie vorher. Später können auf Zunge, Kiefernleisten und Wangenschleimhaut punktförmige, weißlich-graue Flecken auftreten, die zu einem durchgehenden Belag zusammenfließen.

Nach der Ansteckung mit Soor

Die vom Pilz verursachten Beläge lassen sich zwar abwischen, aber dann tritt häufig eine blutige Stelle zum Vorschein. Obwohl eine Ansteckung mit Soor bei jedem möglich ist, gehören beispielsweise an Diabetes Erkrankte zur Risikogruppe. Aber auch Asthmatiker, die Kortison-Spray verwenden, leiden häufiger unter einer Ansteckung. Generell tragen alle Menschen, die Kortison nehmen müssen, ein erhöhtes Risiko der Ansteckung, was mehr Achtsamkeit bei Arzt und Patient bei der Verwendung erfordert.

Eine Ansteckung mit Pilzen im Darm folgt oft auf einem Pilzbefall im Mund. Oft reicht es nicht aus, nur den Mundraum bei einer Ansteckung zu behandeln, denn die Pilze gelangen über die Nahrung in den Verdauungstrakt. Hier haben sie es nicht nur warm und feucht, sondern hier schwimmen sie geradezu im Nahrungsüberfluss, und der enthält den für die Hefen besonders wichtigen Zucker.

Ein Ansteckung mit Pilzen im Darmbereich äußert sich durch mannigfaltige Symptome wie beispielsweise Gelenkbeschwerden, Herzschmerzen und Hautveränderungen. Deshalb sollte der Arzt bei einer Ansteckung mit Soor am besten auch den Darm mitbehandeln. Hierbei gilt es zu beachten, das Medikament mit demselben Wirkstoff einzunehmen. Außerdem muss auf eine spezielle, zuckerfreie Ernährung während der Therapie geachtet werden.

Haben sich Pilze erst einmal im Darm festgesetzt, können sie von dort aus immer wieder andere Körperteile oder Organe durch Ansteckung gefährden. Sie bescheren beispielsweise lästige, juckende Ausschläge am Darmausgang. Der Darmpilz wiederum kann auch die Infektionsquelle für die Ansteckung mit ständig wiederkehrenden Pilzinfektionen der Scheide sein. Deshalb hat eine Anti-Pilz Behandlung der Scheide allein allenfalls einen kurzfristigen Erfolg. Eine erneute Ansteckung würde nicht lange auf sich warten lassen.

Ansteckung mit Pilzen auf der Kopfhaut

Wer kennt sie nicht, die peinlichen Kopfschuppen? Die Ursache dafür ist nicht etwa ein Mangel an Reinlichkeit, Kopfschuppen gehen ebenfalls auf das Konto von bestimmten Hautpilzen. Da hilft auch kein Shampoo, denn das eigentliche Problem bleibt. Wenn die Inhaltsstoffe besonders aggressiv reinigen, können sie sogar zusätzlich zu fettigen Haaren, einer geröteten Kopfhaut und heftigen Juckreiz führen. Bei vielen Menschen sind Kopfschuppen Ursache einer milden Art der Ansteckung, bei deren Entstehung ein Hefepilz mit dem Namen Pityrosporum ovale einen wesentlichen Einfluss hat.

Der Pilz Pityrosporum bevorzugt Fett und fühlt sich besonders in den Körperregionen wohl, die besonders viele Talgdrüsen besitzen. Zu diesen Regionen gehören das Gesicht, die Brust, der Rücken und die behaarte Kopfhaut. Normalerweise befindet sich der Pilz auf der Haut fast aller Erwachsenen, was aber nicht zwangsläufig zu einer Ansteckung führt. Bei den meisten behält das Immunsystem die Oberhand. Fachleute sind der Ansicht, dass neben einer genetischen Veranlagung, äußere Faktoren wie das Klima, Stress oder der falsche Einsatz von Kosmetika eine Ansteckung stark begünstigen können und so zum Ausbruch der Beschwerden führen.

Kopfschuppen gehören daher in professionelle Behandlung. Denn werden diese nicht bekämpft, wird die Hornschicht zu dick mit der unschönen Folge, dass die Haarwurzeln nicht mehr richtig mit Nährstoffen versorgt werden und die Haare brüchig werden und schneller ausfallen. Auch einer weiteren Ansteckung wird somit vorgebeugt.

Ansteckung mit Scheidenpilz

Kommt es bei Frauen öfter zu einem Brennen beim Wasserlassen und zu Beschwerden beim Geschlechtsverkehr, so liegt der Verdacht nahe, dass eine Ansteckung mit Pilzen vorliegt. Die Symptome sind nicht nur lästig, sondern auch hartnäckig, denn die Scheiden-Infektion kann stets aufs Neue ausbrechen. Oft fängt es mit einem gelblich-weißen Ausfluss an, der dann ein wenig krümelig und quarkähnlich aussieht. Nach der Ansteckung folgen ein heftiger Juckreiz und gerötete Schamlippen. Hier sollte Frau nach der Ansteckung nicht zögern, zum Frauenarzt zu gehen. Die Infektion könnte sich sonst noch zusätzlich auf angrenzende Hautregionen ausdehnen und dort eine weitere Ansteckung fördern.

Ansteckungen werden meistens durch den Hefepilz Candida albicans ausgelöst. Zu den Risikofaktoren für eine Ansteckung gehört ein geringerer Gewebeaustausch in den Schleimhäuten der Scheide, beispielsweise während einer Schwangerschaft oder bei Einnahme der Antibabypille. Generell kann es zu einer erhöhten Ansteckung während der zweiten Zyklushälfte kommen.

Diese Website verwendet Cookies. Wenn Sie die Website weiter nutzen, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Akzeptieren
nothing