Scheidenpilz in der Schwangerschaft

Scheidenpilz-Infektionen während der Schwangerschaft sind häufig

Normalerweise herrscht in der Scheide dank der sogenannten Milchsäurebakterien – auch Laktobazillen genannt – ein saures Milieu mit einem pH-Wert von unter 4,5, das die Scheide vor einer Fehlbesiedelung mit schädlichen Keimen wie Pilzen und Bakterien schützt. Aufgrund von Hormonschwankungen steigt der pH-Wert in der Scheide jedoch während der Schwangerschaft an, so dass die natürliche Schutzfunktion der Scheidenschleimhaut gegen schädliche Krankheitserreger herabgesetzt ist und Keime wie die Scheidenpilz-Erreger einen idealen Nährboden vorfinden. Schwangere Frauen sind deshalb besonders anfällig für eine Infektion mit dem Scheidenpilz verursachenden Hefepilz Candida albicans.

Risiken einer Scheidenpilz-Infektion in der Schwangerschaft

Eine Scheidenpilz-Infektion in der Schwangerschaft ist zwar eine lästige und unangenehme Angelegenheit, stellt aber an sich kein großes Risiko für die werdende Mutter und ihr Baby dar. So ist etwa die Gefahr, dass durch eine Infektion mit dem Scheidenpilz-Erreger Candida albicans eine Fehl- oder Frühgeburt ausgelöst wird, sehr gering. Dennoch sollte eine Scheidenpilz-Infektion in der Schwangerschaft nicht auf die leichte Schulter genommen, sondern in jedem Fall behandelt werden.

Denn auch wenn ein Scheidenpilz an sich während der Schwangerschaft zunächst keine Gefahr für Mutter und Kind darstellt, so kann er doch ein potenzieller Wegbereiter für andere gefährlichere Keime sein. Es besteht nämlich die Gefahr, dass sich in der vom Scheidenpilz angegriffenen Scheide Bakterien vermehren und zu einer bakteriellen Scheideninfektion führen. Eine solche bakterielle Infektion der Scheide geht im Gegensatz zum Scheidenpilz durchaus mit einem erhöhten Risiko für Früh- oder Fehlgeburten einher, da die Infektion in die Gebärmutter aufsteigen kann.

Ansteckung des Kindes bei der Geburt

Ein weiterer Grund, warum ein Scheidenpilz bei einer werdenden Mutter auf jeden Fall behandelt werden sollte, ist, dass der Scheidenpilz-Erreger während der Geburt auf das Kind übertragen werden kann. Neugeborene, die sich bei der Geburt mit dem Scheidenpilz verursachenden Hefepilz angesteckt haben, leiden in der Folge in den ersten Lebenswochen häufig an Infektionen und Mykosen (Pilzbefall) in der Mundhöhle und im Windelbereich.

Vorbeugung vor Scheidenpilz-Infektionen während der Schwangerschaft mittels pH-Wert-Kontrolle und Milchsäure

Zur Vorbeugung von Scheidenpilz-Infektionen während ihrer Schwangerschaft sowie bakteriellen Scheideninfektionen sollten schwangere Frauen regelmäßig den pH-Wert ihrer Scheide kontrollieren. Störungen im Scheidenmilleu und bakterielle Fehlbesiedelungen der Scheide können so frühzeitig erkannt und behandelt werden. Die Kontrolle des pH-Werts kann dabei entweder durch den behandelnden Gynäkologen oder aber durch die schwangere Frau selbst mithilfe eines speziellen Testhandschuhs durchgeführt werden. Mit dem Testhandschuh kann die Schwangere ihren pH-Wert in Eigenregie kontrollieren. Hierzu führt sie den Zeigefinger im Handschuh in die Scheide ein. Der auf der Zeigefingerspitze des Handschuhs befindliche Teststreifen gibt daraufhin in einer Farb-Vergleichsskala den Säuregehalt und pH-Wert der Scheidenflüssigkeit an.

Liegt der vaginale pH-Wert über 4,5, sollte das Scheidenmilieu unbedingt angesäuert werden. Hierzu eignen sich insbesondere Präparate, die Milchsäure enthalten. Verabreicht werden diese Präparate meist in Form von Milchsäure-Gel oder auch als Milchsäurezäpfchen. Die darin enthaltenen Milchsäurebakterien sorgen dafür, dass der pH-Wert wieder unter 4,5 sinkt, die gestörte Scheidenflora wieder ins Gleichgewicht gebracht wird und sich schädliche Keime wie Bakterien und Pilze somit nicht mehr in der Scheide ausbreiten können.

Behandlung einer Scheidenpilz-Infektion während der Schwangerschaft

Auch wenn ein Scheidenpilz in der Schwangerschaft weder für die werdende Mutter noch für das Kind eine akute Bedrohung darstellt, sollte sich eine betroffene Frau, die trotz aller Vorbeugemaßnahmen unter einer Scheidenpilz-Infektion leidet, in jedem Fall einer Behandlung unterziehen. Da schwangere Frauen und auch stillende Mütter bei der Einnahme von Medikamenten grundsätzlich vorsichtig sein sollten, ist es ratsam, mit einem Gynäkologen zu besprechen, welche Wirkstoffe das Kind nicht gefährden.

Prinzipiell sollte der Scheidenpilz bei einer schwangeren Frau – wie bei anderen betroffenen Frauen auch – mit speziellen Antipilz-Medikamenten, sogenannten Antimykotika, behandelt werden, die entweder als Zäpfchen, Vaginaltabletten oder Creme bzw. Salbe verabreicht werden können. Während der Schwangerschaft eignen sich zur Behandlung einer Scheidenpilz-Infektion insbesondere Antipilzmittel mit den Wirkstoffen Clotrimazol oder Nystatin. Und auch Milchsäure-Präparate können werdende Mütter ohne Sorge verwenden. Allerdings sollten die Antipilz-Mittel und Milchsäure-Präparate nicht mit einem Applikator in die Scheide eingeführt werden, da hierdurch unter Umständen eine Fehlgeburt ausgelöst werden kann.

Die Scheidenpilz-Behandlung bei einer werdenden Mutter dauert in der Regel drei Tage. Um sicher zu gehen, dass die Scheidenpilz-Erreger erfolgreich bekämpft wurden, kann die Behandlung mit Antipilz-Medikamenten aber auch einige Tage länger fortgesetzt werden.

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