Mittel gegen Scheidenpilz

Mittel gegen Scheidenpilz: Therapie und Vorbeugung

Das grundlegende nicht-arzneiliche Mittel gegen Scheidenpilz ist beherzte Handlungsbereitschaft. Wenn verdächtige Symptome wie Juckreiz oder Brennen im Intimbereich und weißlicher, geruchloser Ausfluss den Verdacht einer Pilzinfektion nahelegen, ist eine schnelle Reaktion gefragt. Je eher die Erkrankung entdeckt und behandelt wird, desto größer sind die Chancen für einen raschen Therapieerfolg. Wirksame Mittel gegen Scheidenpilz sind Arzneistoffe, die das Wachstum des Erregers beeinträchtigen und den Pilz abtöten. Zu den exotischen Scheidenpilz-Hausmitteln, die so skurril wie wirkungslos sind, gehören mit Joghurt bestrichene Tampons. Auch der Hang zu allzu intensiver Reinlichkeit ist eine Verhaltenseigenheit ohne therapeutischen Wert, die den Pilz nicht von seiner Aktivität abhält. Besonders für die Verwendung von parfümierten Kosmetika im Intimbereich gilt die sprichwörtliche Empfehlung: Weniger ist mehr. Medikamente mit antimykotischen Eigenschaften, die bei örtlicher Anwendung zuverlässig gegen Scheidenpilz wirken, sind in Apotheken frei verkäuflich. Dennoch hängt der Erfolg einer Selbstbehandlung entscheidend davon ab, dass

  • die gesicherte Diagnose einer Pilzinfektion vorliegt
  • keine Risikofaktoren wie chronische Krankheiten, Immunschwächen oder eine Schwangerschaft besondere Rücksichten im Rahmen der Therapie verlangen.

Arzneilich wirksame Mittel gegen Scheidenpilz

In 90 Prozent der Fälle geht eine Vaginalmykose auf den mikroskopisch kleinen Hefepilz Candida albicans zurück. Erfolgreiche Mittel gegen Scheidenpilz wirken auf der Grundlage von Arzneistoffen, die zu den Gruppen der Polyene oder Azole gehören oder Ciclopiroxolamin enthalten.

  • Polyene bewirken eine erhöhte Durchlässigkeit der Zellmembran von Pilzen. Sie tragen zu einer Porenbildung bei und durchlöchern die Zellwand geradezu. Polyene stehen für eine lokale Therapie zur Verfügung, werden als Suspension oder Tabletten eingenommen oder gelutscht und eignen sich als Infusionspräparate zur systemischen Behandlung von schwerem Pilzbefall im Körperinneren.
  • Azole hemmen die Synthese von Ergosterin, einem wichtigen Baustein in der Zellmembran der Pilze. Der Eingriff wirkt fungistatisch, stoppt also das Pilzwachstum und vernichtet so den Erreger in der Folge. Medikamente auf der Grundlage von Azolen eignen sich bei Scheidenpilz im Rahmen einer topischen Therapie für den lokalen Einsatz am Ort des Geschehens.
  • Ciclopiroxolamin ist ein Wirkstoff, unter dessen Einfluss schädliche Stoffwechselprodukte in der Pilzzelle entstehen. Der Arzneistoff wirkt fungizid, führt also unmittelbar zum Tod des Pilzerregers. Ciclopiroxolamin ist in unterschiedlichen Darreichungsformen für die lokale Therapie erhältlich.

Antimykotika gegen Scheidenpilz erreichen ihren Einsatzort als Vaginaltabletten oder Cremes. Ein Applikator erleichtert die hygienische Anwendung einer Vaginaltablette und platziert das Medikament in der Scheide. Aus seiner strategisch günstigen Position kann der Wirkstoff den Pilzerreger effektiv bekämpfen. Bei Tabletten mit ausdauernder Depotwirkung reicht meist eine einmalige Anwendung einer Vaginaltablette, um der Infektion erfolgreich Einhalt zu gebieten. In der Kombitherapie werden zusätzlich zur Vaginaltablette Cremes eingesetzt, um den äußeren Bereich der Scham, die vom Pilzbefall betroffen ist, zu behandeln. Sie werden entsprechend ärztlichem Rat über einen Zeitraum von mehreren Tagen aufgetragen, bis der Pilz seine Aktivität einstellt. Frei verkäufliche Antimykotika sind für die örtliche Anwendung bestimmt. Über mögliche orale Therapien entscheidet in jedem Fall der Arzt.
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Clotrimazol: ein bewährtes und vielseitiges Mittel gegen Scheidenpilz

Welches Medikament sich im Einzelfall am besten als Mittel gegen Scheidenpilz eignet, liegt im Ermessen des Arztes. Wenn Sicherheit über die Diagnose besteht und Erfahrungen in der Anwendung eines Anti-Pilz-Medikaments vorliegen, steht der lokalen Selbstbehandlung mit einem frei verkäuflichen Arzneistoff nichts im Wege. Ein zuverlässiges und vielfach erprobtes Mittel gegen Scheidenpilz ist der Wirkstoff Clotrimazol. Er zählt zu der Stoffgruppe der Azole und geht mit wachstumshemmenden Eigenschaften gegen den Scheidenpilz vor. Zudem kann Clotrimazol auch eine fungizide Wirkung entwickeln. Clotrimazol wirkt antimykotisch, bewährt sich im Einsatz gegen einige Bakterien und zeigt entzündungslindernde Fähigkeiten. Gute Behandlungsergebnisse erzielt eine kombinierte Therapie mit Vaginaltablette und Creme. Medizinische Beobachtungen weisen darauf hin, dass eine vorbeugende örtliche Behandlung der Vagina mit dem Breitbandantimykotikum Clotrimazol im ersten Drittel der Schwangerschaft die Gefahr einer Frühgeburt reduziert. Im letzten Drittel der Schwangerschaft angewendet, verhindert der Arzneistoff, dass während der vaginalen Geburt Pilzerreger auf das Neugeborene übergehen. Das Risiko eines Neugeborenen, in den ersten Lebenswochen an Mundsoor und/oder Windeldermatitis zu erkranken, verringert sich nach einer Prophylaxe signifikant von ca. 10 auf ca. 2 Prozent. Wie jede therapeutische Maßnahme liegt die vorbeugende Behandlung von Scheidenpilz während der Schwangerschaft im ärztlichen Ermessen.

Vorbeugung: ein hilfreiches nicht-arzneiliches Mittel gegen Scheidenpilz

Neben entschiedenem und konsequentem Handeln ist Vorbeugung ein weiteres wichtiges nicht-arzneiliches Mittel gegen Scheidenpilz.

  • Den Pilzerreger vertreiben Sie mit sanfter Pflege und neutralen Waschlotionen. Parfümierte Seifen, Badezusätze und Deodorants stören das Gleichgewicht des natürlichen Scheidenmilieus und begünstigen das Pilzwachstum.
  • Säubern Sie sich nach dem Toilettenbesuch stets von vorne nach hinten, um Schmierinfektionen zu vermeiden.
  • Ein gesundes Klima im Intimbereich verhindert, dass der Pilzerreger sich wohlfühlt. Achten Sie deshalb auf luftdurchlässige, lockere Unterwäsche aus Naturfasern, um Scheuern und Schwitzen zu verhindern.
  • Der Pilz braucht Zucker, um zu wachsen. Entziehen Sie dem Erreger die Lebensgrundlage, indem Sie sich kohlehydratarm ernähren und gesüßte Getränke meiden.
  • Erlauben Sie dem Stress und den Alltagssorgen nicht, Ihre Abwehrkräfte zu schwächen. Gönnen Sie Ihrem Körper erholsame Entspannung, damit seine Funktionen im Gleichgewicht bleiben und zudringliche Pilzerreger keine Angriffsmöglichkeit haben.
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