Nagelpilz-Hausmittel

Diagnose Nagelpilz: Hausmittel oder doch besser zur Apotheke?

Nagelpilz ist heimtückisch. Seine Erreger lauern an vielen Orten, vor allem an feucht-warmen Stellen wie Saunen, Schwimmbädern, Turnhallen oder Umkleidekabinen. Wer sich oft in solchen Räumlichkeiten aufhält, kann sich schnell mit dem Pilz infizieren. Tatsächlich leidet etwa jeder zehnte Deutsche mindestens einmal in seinem Leben an einer Nagelpilz-Infektion. Weil die Erkrankung jedoch sehr schleichend beginnt, ist es nicht leicht, sie frühzeitig zu erkennen. Häufig wird die Diagnose erst klar, wenn die Symptome schon deutlich ausgeprägt sind.

Nagelpilz ist außerdem sehr unangenehm. Als Betroffener leiden Sie vor allem an den unschönen Veränderungen, die der Nagel aufgrund des Pilzbefalls erfährt: Er verfärbt sich, verdickt sich, wird glanzlos, schuppig und brüchig. Schließlich löst er sich aus dem Nagelbett. Greift die Infektion noch weiter um sich, kann es zu schmerzhaften Entzündungen des Finger- oder Zehenglieds kommen.

Von allein geht die Pilzinfektion nicht weg, sie muss aktiv bekämpft werden. Doch was hilft besser gegen den lästigen Nagelpilz: Hausmittel oder apothekenpflichtige Medikamente?
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Nagelpilz-Hausmittel: der Traum von der schnellen Erlösung

Der Wunsch, bei einem Befall mit Nagelpilz auf Hausmittel zurückgreifen zu können, ist absolut nachvollziehbar. Hausmittel heißen so, weil sie entweder bereits im Haus vorhanden sind oder aber sehr leicht beschafft werden können, zum Beispiel in Supermärkten oder Drogerieläden. Damit einher geht meist auch ein kleiner Preis. Da viele Betroffene außerdem aus Scham nicht gern über die Pilzinfektion sprechen, kommt es ihnen gelegen, dass sie die Mittel ganz einfach in aller Anonymität kaufen können.

Die angebliche Wirksamkeit aller Nagelpilz-Hausmittel beruht darauf, dass sie die Erreger – Faden-, Hefe- oder Schimmelpilze – abtöten. Mittel, die dies vermögen, bezeichnet man in der Medizin als Antimykotika („anti“ bedeutet „gegen“, und „mykes“ ist das griechische Wort für „Pilz“).

Häufig bei Nagelpilz empfohlene Hausmittel

Wenn Sie als Betroffener sich im Internet auf die Suche nach Nagelpilz-Hausmitteln begeben, dann werden Sie sicher schnell fündig. Es existieren jede Menge Ratgeberseiten, und die Liste der angeblich gegen Nagelpilz wirksamen Hausmittel ist beachtlich. Hier sind einige der gängigsten Empfehlungen:

1. Essig oder Essigessenz

Essig ist der am häufigsten genannte Tipp. Seine Wirkung als Nagelpilz-Hausmittel wird damit begründet, dass sich Pilze eher in basischen oder neutralen Milieus wohlfühlen. Essig soll aufgrund des hohen Säuregehalts die Pilze abtöten. Meist wird hierfür das Naturheilmittel Apfelessig empfohlen. Dieser wird mehrmals täglich unverdünnt direkt auf den infizierten Nagel aufgetupft, am besten mithilfe eines Wattestäbchens. Alternativ können auch je ein Teil Essig und ein Teil warmes Wasser für ein 15- bis 20-minütiges Fußbad gemischt werden.

Während in den meisten Fällen von Apfelessig die Rede ist, sprechen einige Quellen auch von Essigessenz als Nagelpilz-Hausmittel. Dabei handelt es sich um eine bis zu 25-prozentige Lösung von Essigsäure in Wasser. (Apfelessig ist ein Fermentationsprodukt und enthält in der Regel 5 bis 6 Prozent Säure.) Auch die Essigessenz soll mehrmals pro Tag mit einem Wattestäbchen unverdünnt auf die befallenen Nägel aufgetragen werden.

2. Knoblauch

Ein ebenfalls gern empfohlenes Nagelpilz-Hausmittel ist Knoblauch. Er soll roh angewendet werden, und zwar am besten als Kombinationskur: Der Saft wird auf den vom Nagelpilz befallenen Nagel gestrichen. Zusätzlich sollen Betroffene täglich ein bis zwei Zehen verzehren. Auf diese Weise, so heißt es, wird die Pilzinfektion von innen und von außen bekämpft.

3. Teebaum- oder Lavendelöl

Einigen ätherischen Ölen werden neben ihren angenehmen Düften auch pilzabtötende Eigenschaften zugeschrieben, dank derer sie sich bei Nagelpilz als Hausmittel eignen sollen. Besonders häufig werden in diesem Zusammenhang Teebaum- und Lavendelöl genannt. Beide sollen mit einem Tuch oder Wattestäbchen mehrmals täglich auf den erkrankten Nagel aufgetragen werden.

4. Backpulver

Auch Backpulver soll eine erstaunliche Wirkung als Hausmittel gegen Nagelpilz besitzen. Vor der Anwendung wird es in einer Schale mit etwas Wasser zu einem Brei angerührt. Mit diesem Brei wird der infizierte Nagel mehrmals am Tag bestrichen.

5. Alkohol

Vermutlich wird hochprozentiger Alkohol wegen seiner desinfizierenden Wirkung auch bei Nagelpilz als Hausmittel genannt. Er soll, ebenso wie bei der Wunddesinfektion, direkt auf die betroffene Stelle aufgetragen werden.

6. Zahnpasta

Es mag befremdlich klingen, aber auch Zahnpasta gehört zu den empfohlenen Nagelpilz-Hausmitteln. Die Wirkung wird hierbei auf das in der Zahnpasta enthaltene Fluor zurückgeführt, das angeblich eine starke antimykotische Wirkung hat.

7. Eigenurin

Vor allem das letzte empfohlene, vermeintlich gegen Nagelpilz wirksame Hausmittel auf dieser Liste dürfte so manchen befremden: Eigenurin – genauer gesagt: der Mittelstrahl desselben – soll ein wahres Wundermittel gegen alle möglichen Erkrankungen sein. Einige Verfechter dieser Methode gehen sogar so weit zu behaupten, dass sich Nagelpilz im Anfangsstadium durch das Auftragen von Eigenurin bekämpfen lässt.

Wirken diese Nagelpilz-Hausmittel tatsächlich?

Auch wenn die Berichte noch so glaubhaft klingen mögen: Eine klinische Wirkung ist bei keinem dieser Nagelpilz-Hausmittel nachgewiesen. Bei genauerem Hinsehen werden Sie auch schnell feststellen, dass die Formulierungen in den Ratgebern oftmals ein Hintertürchen offenlassen. So heißt es beispielsweise, dass ein Arzt aufgesucht werden soll, wenn sich nach x Tagen keine sichtbare Besserung einstellt; oder, dass das Mittel nur im Anfangsstadium hilft.

Wenn Sie sich als Betroffener von Nagelpilz auf Hausmittel einlassen, dann birgt das zwei Risiken für Sie: Zunächst einmal können einige der Rezepturen Ihnen schaden. So ist das Auftragen von hochprozentiger Essig-Essenz, beißendem Knoblauch oder scharfer Zahnpasta sicherlich keine gute Idee, denn das kann die Haut um den erkrankten Nagel herum schmerzhaft reizen. Der zweite Punkt ist: Wenn Sie sich bei Nagelpilz auf Hausmittel verlassen, verlieren Sie Zeit. Unter Umständen verzögern Sie so den Behandlungsbeginn mit wirksamen Medikamenten völlig unnötig um mehrere Tage oder sogar Wochen.
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Alternativen zum Nagelpilz-Hausmittel

Bei einem Befall mit Nagelpilz gilt wie bei jeder Pilzinfektion: Es ist nichts Dramatisches, aber es muss gründlich behandelt werden. Anstatt mit Hausmitteln herumzuexperimentieren, sollten Sie möglichst frühzeitig zur Apotheke gehen. Dort bekommen Sie eine ganze Reihe nicht verschreibungspflichtiger Medikamente gegen den Nagelpilz, deren Wirksamkeit klinisch nachgewiesen ist. Wichtig ist, dass das Mittel die Pilze und auch deren Sporen wirksam bekämpft. Moderne Wirkstoffe wie zum Beispiel Bifonazol haben im Gegensatz zu den angeblichen Nagelpilz-Hausmitteln tatsächlich eine nachgewiesene stark antimykotische Wirkung und drängen den Pilz innerhalb weniger Wochen vollständig zurück. Am besten fragen Sie Ihren Apotheker nach einem Medikament, das auch das Nagelbett mitbehandelt, weil sich auch dort – also unter der Nagelplatte – Erreger festsetzen können. Wenn es Ihnen gelingt, diese ebenfalls vollständig zu vernichten, dann ist das Risiko einer Wiedererkrankung deutlich geringer.

Ein Hinweis zum Schluss: Sollten bei Ihnen mehr als drei Nägel gleichzeitig oder mehr als zwei Drittel der Nagelfläche vom Nagelpilz befallen sein, so empfiehlt es sich, dass Sie zeitnah einen Arzt aufsuchen. Der zuständige Facharzt ist der Hautarzt. Er kann den Schweregrad der Infektion beurteilen und Sie dann entsprechend behandeln.

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