Nagelpilz

NagelpilzBeim Nagelpilz – auch Onychomykose oder Tinea unguium genannt – handelt es sich um eine häufig vorkommende Pilzinfektion der Finger- oder Fußnägel, die sich durch Verformungen und Verfärbungen an den Finger- oder Fußnägeln äußert. Verursacht wird Nagelpilz durch sogenannte Dermatophyten, seltener auch durch Hefepilze oder Schimmelpilze. Dies sind Pilzerreger, die durch eine Schmier- oder Kontaktinfektion übertragen werden. Zur Behandlung stehen verschiedene Therapieverfahren zur Verfügung, darunter die Therapie mit sogenannten Antimykotika, die die ursächlichen Pilze abtöten bzw. ihr Wachstum hemmen, die Behandlung mit Hausmitteln wie Essig und Teebaumöl und die Lasertherapie.

Definition: Was ist Nagelpilz?

Nagelpilz, auch als Onychomykose oder Tinea unguium bezeichnet, ist eine übertragbare Infektion, ausgelöst durch verschiedenartige Dermatophyten, welche sich vom Kreatin, einem Bestandteil des Nagels, ernähren. In seltenen Fällen kann er auch durch Hefepilze, Schimmelpilze oder eine Kombination mehrerer Pilzarten verursacht werden. Die Pilzerkrankung kann verschiede Bereiche des Nagels betreffen und äußert sich im Verformen und Verfärben der Finger- oder Fußnägel. Somit kann diese Pilzerkrankung auch von Laien recht schnell anhand von optischen Symptomen erkannt werden.

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Wie häufig tritt Nagelpilz auf?

Die Pilzinfektion der Nägel ist eine in Deutschland und den westlichen Industrieländern weit verbreitete Krankheit, die zu den häufigsten Erkrankungen der Finger- oder Fußnägel gehört. So leiden Schätzungen zufolge etwa 12 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal in ihrem Leben an einer Nagelpilzerkrankung. Zehennagelpilz tritt dabei in etwa viermal häufiger auf als Fingernagelpilz. Der Auslöser ist oft eine nichtbehandelte Fußpilz-Infektion, welche sich auf die Nägel ausgebreitet hat.

Wer ist von Nagelpilz betroffen?

Das Risiko an einer Pilzinfektion der Nägel zu erkranken steigt mit dem Alter. Am häufigsten betroffen sind Personen ab dem 65. Lebensjahr – von ihnen leidet fast jeder zweite an einer Onychomykose. Der Grund hierfür ist, dass sich die Beschaffenheit der Nägel und des Immunsystems im Laufe des Lebens zunehmend verschlechtert, so dass der Eintritt von Keimen in das Nagelgewebe im Alter erleichtert wird. Darüber hinaus gehören auch Sportler sowie Menschen, die an Diabetes leiden oder Medikamente einnehmen, die die Abwehrkräfte schwächen, zu den Risikogruppen für Nagelpilz.

Die Ursachen von Nagelpilz

Wodurch wird Nagelpilz verursacht?

Ursachen von NagelpilzEine Nagelpilzinfektion wird in den meisten Fällen durch Dermatophyten, d.h. jene Pilzerreger, die auch für die meisten Fußpilz-Infektionen verantwortlich sind, ausgelöst. Pilzinfektionen, die durch Dermatophyten ausgelöst wurden, werden von Medizinern auch Dermatophytosen oder Tinea genannt. In der Medizin wird für den Nagelpilz daher meist der Begriff Tinea unguium verwendet.

Dermatophyten sind Fadenpilze, die fast ausschließlich verhornte Körperstellen wie die Haut und ihre Anhangsgebilde, sprich die Nägel und die Haare, befallen und sich von Keratin, sprich der Hornsubstanz in Haut, Haaren und Nägeln, ernähren. In 90 Prozent aller Fälle sind Dermatophyten der Gattung Trichophyton rubrum für die Infektion des Nagels verantwortlich. Weitere mögliche, aber seltener vorkommende ursächliche Pilzerreger sind Dermatophyten der Gattungen Epidormophyton floccosum oder Trichophyton mentagrophytes. In seltenen Fällen kann eine Pilzinfektion der Nägel aber auch durch Hefepilze , Schimmelpilze oder Mischformen mehrerer unterschiedlicher Pilzarten ausgelöst werden.

Wie wird Nagelpilz übertragen?

Eine Onychomykose wird durch eine direkte oder indirekte Schmier- oder Kontaktinfektion übertragen. Bei einer direkten Schmierinfektion erfolgt die Übertragung der ursächlichen Erreger über den direkten Hautkontakt mit einem infizierten Menschen. Bei der indirekten Schmierinfektion werden die Erreger dagegen über den Hautkontakt mit kontaminierten Gegenständen oder Oberflächen übertragen. Dabei sind kleinste infizierte Hautschuppen ausreichend, um eine Infektion auszulösen. Präventive Maßnahmen verringern das Risiko, an einer Onychomykose zu erkranken.

Welche Risikofaktoren begünstigen die Entstehung von Nagelpilz?

Keime, die eine Nagelpilzinfektion auslösen können, begegnen Menschen überall. Die Übertragung der ursächlichen Pilzerreger alleine verursacht aber noch keinen Nagelpilz. Ob es nach einer direkten oder indirekten Schmierinfektion tatsächlich zur Entstehung einer Nagelpilzerkrankung kommt, hängt vielmehr vom Vorhandensein von bestimmten begünstigenden Risikofaktoren ab. Hierzu gehören insbesondere ein geschwächtes Immunsystem, höheres Lebensalter, Diabetes, die Einnahme von Medikamenten und häufiger Sport.

» Weiterlesen : Ursachen von Nagelpilz

Die Symptome von Nagelpilz

Welche Symptome treten bei Nagelpilz auf?

Symptome von Nagelpilz Verschiedene Bereiche des Nagels können von Nagelpilz betroffen sein. Hierzu gehören etwa die Nagelwurzel, das Nagelbett oder der Nagel selbst. Meist beginnt die Onychomykose am vorderen Rand des Nagels und breitet sich von dort über die gesamte Nagelplatte aus.

Zu den typischen Symptomen von Nagelpilz gehören unter anderem weißliche bis gelbliche Verfärbungen des Nagels, eine Verdickung der Nagelplatte, eine Entzündung des Nagelbettes und eine Brüchigkeit der Nägel bis hin zur Absplitterung einzelner Nagelschichten. Je nachdem, wie stark diese Anzeichen ausgeprägt sind, kann eine Pilzinfektion der Nägel dabei in drei Symptomstufen unterteilt werden, und zwar den Nagelpilz der frühen, der durchschnittlichen und der schweren Stufe.

Welche verschiedenen Arten von Nagelpilz gibt es?

Je nachdem, welche charakteristischen Symptome eines Nagelpilzes auftreten, lassen sich fünf verschiedene Erscheinungsformen unterschieden: die distolaterale subunguale Onychomykose, die proximale subunguale Onychomykose, die Leukonychia trichophytica, die dystrophische Onychomykose und die Onychia et Paronychia candidosa.

  1. Distolaterale subunguale Onychomykose: Diese Form der Nagelpilzinfektion stellt mit einem Anteil von 90 Prozent die am häufigsten auftretende Form der Onychomykose dar. Sie tritt meist an den Fußnägeln auf und beginnt am vorderen Rand des Nagels, von wo sie sich langsam in Richtung der Nagelwurzel ausbreitet.
  2. Proximale subunguale Onychomykose: Diese Form der Nagelpilzinfektion, bei der die Pilzerreger über die Haut des Nagelwalls in die Nagelwurzel und die Nagelplatte eindringen und sich von dort langsam in Richtung der Nagelspitze ausbreiten, macht etwa 3 bis 5 Prozent aller Onychomykosen aus.
  3. Leukonychia trichophytica: Diese Form der Nagelpilzinfektion, die aufgrund der charakteristischen weißlichen Verfärbung des Nagels auch weißliche superfizielle Onychomykose der Zehennägel genannt wird, wird meist durch den Pilzerreger Trichophyton interdigitale hervorgerufen.
  4. Dystrophische Onychomykose: Bei dieser Form der Nagelpilzinfektion werden der Aufbau und die Funktion des Nagels erheblich geschädigt und stark verändert bis hin zu einer völligen Zerstörung des Nagels.
  5. Onychia et Paronychia candidosa: Diese Form der Nagelpilzinfektion, die fast immer durch Hefepilze der Gattung Candida, insbesondere durch Candida albicans, hervorgerufen wird, wird auch als Hefepilz-Onychomykose bezeichnet. Sie äußert sich durch eine chronische Entzündung des Nagelwalls, eine unregelmäßige Struktur der Nagelplatte und grün-bräunliche Verfärbungen des Nagels.

» Weiterlesen : Symptome von Nagelpilz

Die Diagnose von Nagelpilz

Wie wird ein Nagelpilz diagnostiziert?

Nagelpilz - DiagnoseFür den medizinischen Laien ist eine Nagelpilzinfektion relativ einfach zu erkennen. Zeigen sich auf den Nägeln farbliche Veränderungen, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Grundsätzlich ist eine Onychomykose ungefährlich, wenn sie zeitnah behandelt wird. Das Ansteckungsrisiko ist allerdings relativ hoch.

Der Mediziner kann eine Nagelpilzinfektion in der Regel im Rahmen einer klinischen Inspektion der betroffenen Nägel mit einem Blick erkennen. Zur zweifelsfreien Diagnostik und Bestimmung der vorherrschenden Pilzart entnimmt der Arzt vom befallenen Nagel einige Hornteile, welche mikroskopisch untersucht werden (Nativpräparat). Durch diese Untersuchung kann die Pilzinfektion der Nägel sofort eindeutig identifiziert und nachgewiesen werden (Erregernachweis) . Die genaue Pilzgattung wird anhand einer Anzüchtung der Zellkultur (Pilzkultur) erst nach etwa drei Wochen bestimmt (Erregerbestimmung) . Die Behandlung wird auf die Schwere der Nagelpilzerkrankung und die Pilzgattung abgestimmt.

Differenzialdiagnose bei Nagelpilz

Zur eindeutigen Diagnose von Nagelpilz ist auch eine differenzialdiagnostische Abklärung notwendig, bei der andere Erkrankungen als Ursache für die Nagelveränderungen ausgeschlossen werden. Denn die für Nagelpilz typischen Symptome können mitunter auch auf andere Erkrankungen hindeuten, die einer anderen Behandlung bedürfen, als eine Pilzerkrankung der Nägel. Hierzu gehören beispielsweise Erkrankungen wie die Nagelpsoriasis, Ekzemnägel, die Knötchenflechte des Nagels (Lichen ruber) sowie angeborene oder erworbene chronische Nageldystrophien.

» Weiterlesen : Diagnose von Nagelpilz

Die Behandlung von Nagelpilz

Wie wird ein Nagelpilz behandelt?

Nagelpilz Therapie und Behandlung Ein Nagelpilz kann vollständig ausheilen, die Behandlung ist jedoch ein sehr langwieriger Prozess. In vielen Fällen dauert sie mehrere Monate. Fingernagelpilz ist schneller ausgeheilt als Fußnagelpilz. Ausschlaggebend für die adäquate Behandlung von Nagelpilz ist dabei die eindeutige Identifizierung der Pilzgattung und der Schweregrad des Pilzbefalls.

Es stehen verschiedene Therapieverfahren zur Verfügung, um eine Onychomykose auszuheilen. Die Behandlung erfolgt durch eine Therapie mit lokalen Antimykotika. Dabei handelt es sich um Antipilzmedikamente, die die ursächlichen Erreger abtöten (fungizide Wirkung) bzw. in ihrem Wachstum hemmen (fungistatische Wirkung) sollen. Sie können in Form von Nagellack lokal auf die betroffenen Nägel aufgetragen oder als Tabletten eingenommen werden.

Darüber hinaus stehen auch Hausmittel wie Essig und Teebaumöl sowie die Lasertherapie zur Behandlung der Onychomykose zur Verfügung. Ausschlaggebend zur langfristig erfolgreichen Behandlung sind die regelmäßige Anwendung der Verfahren und weitreichende hygienische Maßnahmen, um den Nagelpilz an der Ausbreitung auf andere Nägel zu hindern.

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Wie sieht die Prognose bei Nagelpilz aus?

Ohne eine entsprechende Therapie heilt eine Nagelpilzinfektion grundsätzlich nicht von alleine ab. Vielmehr schreitet sie unbehandelt langsam voran und nimmt einen chronischen Verlauf. Ein Nagelpilz sollte daher in jedem Fall konsequent und adäquat behandelt werden. Wichtig ist dabei, dass die Therapie und die begleitenden Maßnahmen konsequent und lange genug durchgeführt werden. Wird die Therapie zu früh abgebrochen oder nicht richtig durchgeführt, besteht nämlich die Gefahr, dass Pilzerreger zurückbleiben und der Nagelpilz sich erneut ausbreitet.

Wird eine Nagelpilzinfektion richtig behandelt, hat sie im Allgemeinen eine gute Prognose und heilt in der Regel vollständig aus. Allerdings kann eine Nagelpilzbehandlung sehr langwierig sein und bis zu einem Jahr dauern. Die topische Therapie mit lokalen Antimykotika, die oft rezeptfrei in der Apotheke erhältlich sind, oder Hausmitteln ist leicht in Eigenregie möglich. Nach dem Abheilen der Infektion kann einer erneuten Nagelpilzerkrankung mit gezielten Maßnahmen vorgebeugt werden. Ein Arztbesuch ist in der Regel nur notwendig, wenn die Pilzinfektion der Nägel trotz konsequenter Behandlung und vorbeugender Maßnahmen immer wieder neu auftritt.

» Weiterlesen : Behandlung von Nagelpilz

Die Vorbeugung von Nagelpilz

Wie lässt sich Nagelpilz vorbeugen?

Ansteckung mit NagelpilzDas Risiko einer Ansteckung mit Nagelpilz bzw. einer weiteren Ausbreitung einer bestehenden Infektion kann mit einer Reihe von Verhaltensregeln und vorbeugenden Maßnahmen relativ gut vermindert werden. Hierzu gehören insbesondere die richtige Hygiene und Pflege der Nägel, das Tragen der richtigen Socken und Schuhe, das Vermeiden der üblichen Ansteckungsquellen und die Stärkung der körpereigenen Immunabwehr mit einer ausgewogenen und abwechslungsreichen Ernährung und regelmäßiger Bewegung. Auf diese Weise kann man als Betroffener zum einen andere vor einer Ansteckung mit Nagelpilz schützen. Zum anderen kann man verhindern, dass man sich selbst mit den ursächlichen Erregern infiziert und einen Nagelpilz bekommt.

» Weiterlesen : Vorbeugung von Nagelpilz

Weiterführende Informationen zum Thema Nagelpilz

Nagelpilz: Ursachen » Symptome » Diagnose » Behandlung » Vorbeugung »

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