Fußpilz-Hausmittel

Wundermittel oder Luftnummer: Was taugen Fußpilz-Hausmittel wirklich?

Fußpilz ist eine unangenehme Erkrankung. Es juckt, es brennt, es nässt, und in schweren Fällen kommt auch noch ein unangenehmer Geruch dazu. Klar, dass die meisten Betroffenen nicht gern darüber reden. Dabei ist die Pilzinfektion gar nicht so selten, wie Sie vielleicht denken: Etwa 70 Prozent aller Menschen machen im Laufe ihres Lebens Bekanntschaft damit, viele sogar mehr als einmal.

Dass es sich um Fußpilz handelt, ist meistens leicht festzustellen. Auch dass etwas dagegen unternommen werden muss, versteht sich von selbst – aber was? Wie bei fast allen Krankheiten werden auch bei einem Befall mit Fußpilz Hausmittel empfohlen. Vor allem im Internet kursieren jede Menge Tipps und Rezepte, wie den Hautparasiten beizukommen ist. Der Wunsch, diese auszuprobieren, ist verständlich. Sie kosten nicht viel, sind entweder schon im Haushalt vorhanden oder leicht zu beschaffen – und sie ersparen den Gang zum Arzt oder Apotheker. Aber lässt sich der Fußpilz durch Hausmittel tatsächlich besiegen?

Das Wirkprinzip der Fußpilz-Hausmittel

Die bei Fußpilz empfohlenen Hausmittel sind sehr verschieden. Gemeinsam ist ihnen jedoch ihre – vermeintlich – pilzabtötende Wirkung. Alle Substanzen, deren Anwendung auf der infizierten Haut empfohlen wird, sollen antimykotisch, das heißt gegen Pilze, wirken. Die Erreger der Pilzinfektion müssen also vernichtet werden, um den Fußpilz zu stoppen.

 

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Häufig empfohlene Fußpilz-Hausmittel

Die Liste der angeblich gegen Fußpilz wirksamen Hausmittel ist lang. Während einige direkt aufgetragen werden, muss aus anderen erst ein Sud hergestellt werden. Hier einige der am häufigsten empfohlenen Mittel:

Schwarzer Tee

Für ein Fußbad sollen fünf bis sechs Teebeutel mit einem Liter nicht mehr ganz kochendem Wasser übergossen werden. Nach etwa 15 Minuten ist der Teeaufguss bereit. Das Fußbad soll zwischen 20 und 30 Minuten dauern, wobei die Teebeutel die gesamte Zeit über im Wasser verbleiben.

Kräuteraufgüsse

Anstelle von schwarzem Tee können für das Fußbad wahlweise auch Kräuter wie zum Beispiel Salbei verwendet werden. Auch dem Eichenkraut und dem Zinnkraut wird nachgesagt, dass sie als Fußpilz-Hausmittel Wirkung zeigen.

Feuchte Wickel

Anstatt die Kräuter als Fußbad zu verwenden, besteht auch die Möglichkeit, feuchte Wickel zu machen. Hierfür wird ein Baumwolltuch in einen Sud aus Salbei oder auch Kamille getaucht, ausgewrungen und dann um den Fuß gewickelt. Dort soll er einige Zeit verbleiben, damit der Sud wirken kann.

Apfelessig

Deutlich weniger sanft als Fußbäder ist die Essig-Methode. Die Empfehlung lautet, mehrmals täglich etwas Apfelessig auf die infizierte Haut aufzutupfen. Alternativ kann der Essig auch mit Wasser verdünnt und unter Zugabe von etwas Zitrone und Salz als Fußbad angewendet werden.

Honig

Ebenfalls gern bei Fußpilz als Hausmittel empfohlen: Honig, vor allem Manuka-Honig aus Neuseeland. Mit ihm sollen die Füße bestrichen werden, damit der Pilz verschwindet.

Knoblauch

Diese im wahrsten Sinne des Wortes etwas anrüchige Methode sieht vor, dass die befallenen Hautpartien abends vor dem Schlafengehen kräftig mit Knoblauch eingerieben werden. Um die Wirkung zu verstärken, sollen außerdem pro Tag ein bis zwei rohe Knoblauchzehen verspeist werden.

Ätherische Öle

Einige ätherische Öle kommen ebenfalls bei Fußpilz als Hausmittel zur Sprache. In erster Linie ist dies das Teebaumöl, das mehrmals täglich auf die infizierten Stellen aufgetupft werden soll. Aber auch dem Johanniskrautöl wird eine pilzabtötende Wirkung nachgesagt.

Backpulver

Wem Tee zu nass, Öl zu fettig, Honig zu klebrig und Knoblauch deutlich zu geruchsintensiv ist, dem bleibt immer noch das Backpulver. Mehrmals täglich einfach pur auf die Füße gestreut, soll es wahre Wunder wirken. Zusätzlich sollten auch die Innenseiten der Socken und Schuhe mit Backpulver präpariert werden, um die Füße allzeit trocken zu halten.

Wie steht es um die Wirksamkeit dieser Fußpilz-Hausmittel?

In einem Wort: schlecht. Auch wenn viele Quellen glaubhaft versichern, dass die oben genannten Hausmittel den Fußpilz binnen weniger Tage vertreiben – die Wirksamkeit ist bei keinem davon nachgewiesen.

Es ist sogar zu vermuten, dass das eine oder andere dieser angeblichen Fußpilz-Hausmittel eher das Gegenteil bewirkt. Fußpilz wird, wie der Name schon verrät, durch mikroskopisch kleine Pilze verursacht. Und diese lieben ein feuchtes, warmes Milieu. Wer also tagelang seine infizierten Füße in feucht-warme Kräuterwickel verpackt, läuft wahrscheinlich Gefahr, dass sich die Erreger noch schneller vermehren als unter normalen Bedingungen.

Ist die befallene Haut bereits entzündet, dann verursachen scharfe Mittel wie roher Knoblauch, Essig oder Teebaumöl mit großer Wahrscheinlichkeit Schmerzen – ein Effekt, den sich kein Betroffener wünscht. Schließlich ist die Pilzinfektion an sich schon lästig genug!

Aber selbst wenn die Anwendung eines der oben genannten Mittel Ihnen nicht unmittelbar schadet, ergibt sich für Sie ein entscheidender Nachteil: Denn jeder Tag, um den Sie die Fußpilz-Behandlung mit einem wirksamen Arzneimittel verzögern, ist ein verlorener Tag in der Therapie. Deshalb ist von der Anwendung angeblicher Fußpilz-Hausmittel generell abzuraten.

Statt auf Fußpilz-Hausmittel zu setzen …

… sollten Sie besser zum Apotheker Ihres Vertrauens gehen. Dort bekommen Sie antimykotische Medikamente gegen den Fußpilz. Viele dieser Mittel sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Sie enthalten einen oder auch mehrere Wirkstoffe, die sowohl die Pilze als auch deren Sporen zuverlässig bekämpft. Insofern beruht ihre Wirksamkeit also auf demselben Prinzip wie dem der bei Fußpilz empfohlenen Hausmittel – allerdings mit dem Unterschied, dass sie hier nachgewiesen ist. Besonders bewährt haben sich bei der Behandlung von Fußpilz sogenannte Breitband-Wirkstoffe wie beispielsweise Bifonazol, die alle infrage kommenden relevanten Erreger (das sind über 100 Pilzarten) zurückdrängen. Diese Wirkstoffe eignen sich deshalb besonders für die Selbstmedikation. In aller Regel werden Sie schon nach wenigen Tagen eine deutliche Linderung der Symptome spüren.

Weitere sinnvolle Maßnahmen gegen Fußpilz

Auch wenn die Anwendung der sogenannten Fußpilz-Hausmittel nicht zu empfehlen ist, können Sie einige Maßnahmen selbst ergreifen, um die medikamentöse Behandlung zu unterstützen. Hierbei geht es vor allem darum, eine Weiterverbreitung bzw. Wiederansteckung mit dem Fußpilz zu vermeiden.

Das Wichtigste ist, dass Sie um Ihre Füße herum ein Klima schaffen, das das Pilzwachstum nicht noch fördert. Hierfür müssen Ihre Füße trocken und gut belüftet sein. Am besten gelingt Ihnen das in offenen Schuhen (zum Beispiel Sandalen) oder – bei kühlerer Witterung – in Baumwollsocken und Schuhen aus echtem Leder. Beide Materialien sind von Natur aus atmungsaktiv und transportieren Feuchtigkeit schnell ab. Nach dem Baden oder Duschen ist es sehr wichtig, die Füße sorgfältig abzutrocknen. Dies gilt insbesondere für die Zehenzwischenräume.

Des Weiteren spielen vor allem während einer Pilzinfektion hygienische Maßnahmen eine besondere Rolle. Auch wenn der Befall mit Fußpilz keineswegs als Zeichen für mangelhafte Hygiene zu sehen ist, sollten Sie jetzt in einigen Punkten äußerst sorgfältig sein:

  • Socken und Handtücher täglich wechseln
  • Wäsche möglichst bei 60 Grad waschen
  • Handtücher, Socken und Pediküre-Zubehör nicht mit anderen Familienmitgliedern gemeinsam benutzen
  • in der Wohnung nicht barfuß gehen.

Mithilfe dieser Maßnahmen schützen Sie Ihre Familie und auch sich selbst vor einer (Wieder-) Ansteckung mit dem Fußpilz.

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