Schimmelpilze

Doctor examining a lung radiographySchimmelpilze

Die Sporen bestimmter Schimmelpilze können giftige Stoffe entwickeln, die dem menschlichen sowie dem tierischen Organismus schaden und sogar sehr gefährlich werden können. Während Schimmelpilze hierzulande häufig Asthma, Bronchitis, Augenreizungen oder Allergien auslösen, gibt es außerhalb Europas deutlich gefährlichere Schimmelpilze. Die Hefen der Schimmelpilze verursachen ein Krankheitsbild, das sich Systemmykose nennt. Hierbei handelt es sich um eine gefährliche, ernst zu nehmende Krankheit, die durch diese Schimmelpilze entsteht und bei der die inneren Organe durch die Sporen der Schimmelpilze infiziert werden.

Eine Sepsis kann die Folge durch die Infizierung mit Schimmelpilze sein. Durch diese sterben jährlich 215.000 Menschen in den USA. Eine Sepsis ist eine Art Blutvergiftung. Jedoch werden hier feine Blutgefäße im Körper so stark geschädigt, dass die inneren Organe nicht mehr vollständig durchblutet werden. Ein Versagen der Organe ist daher die Folge einer Inhalation dieser giftigen Sporen der Schimmelpilze, falls keine Behandlung erfolgt.

Schleichender Prozess nach dem Befall von Schimmelpilzen

Durch die Inhalation der Sporen der Schimmelpilze kann es zu primärem Lungenbefall kommen. Später auch zum disseminierten Befall durch Schimmelpilze. Selbst bei immunkompetenten Patienten treten diese Symptome auf, als Folge der Inhalation der Schimmelpilze. Allerdings verlaufen sie bei diesen in der Regel milder und in abgeschwächterer Form als bei immundefizienten Personen. Diese trifft es nach einem Befall durch die Schimmelpilze deutlich härter.

Frühe Symptome eines Ausbruches der durch Schimmelpilze hervorgerufenen Systemmykose ist ein grippeähnlicher Zustand. Entweder heilen diese Symptome spontan ab, oder aber sie verschlimmern sich zur foudroyanten akuten, oder auch zur chronischen Infektion. Hierbei ist auch nach vielen Jahren noch eine Reaktivation der Sporen von Schimmelpilzen möglich.

Ursache für eine Systemmykose sind dimorphe Schimmelpilze und diese kommen endemisch, meist außerhalb von Europa vor. Da diese Schimmelpilze allerdings in gemäßigten und auch tropischen Zonen vorkommen, ist es durch den internationalen Reiseverkehr möglich, dass auch hierzulande Fälle, die durch diese Schimmelpilze hervorgerufen wurden, auftreten. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch nach einer Infektion mit den Sporen der Schimmelpilze ist allerdings ausgeschlossen. Als Folge von disseminierten Infektionen durch Schimmelpilze und selten auch traumatischen Inokulationen, sind Hauterscheinungen bei allen Systemmykosen möglich.

Weltweite Verteilung der Schimmelpilze

Unterschieden wird zwischen vier verschiedenen Typen der Systemmykose, die auf Schimmelpilze zurückzuführen ist. Diese Infektionen durch Schimmelpilze werden hier im Einzelnen aufgeführt.

Histoplasmose

Der in Schimmelpilze gefundene Erreger Histoplasma capsulatum wurde weltweit in gemäßigten Zonen gefunden. Endemie-Gebiete der Schimmelpilze sind in den USA, entlang von großen Flüssen, z.B. Mississippi, Missouri und Ohio. In Afrika wird dieser Erreger in den Sporen der Schimmelpilze auf mit Vogel- und Fledermauskot angereicherter Erde gefunden. Hauttests in diesen Endemie-Gebieten zeigten eine Infektion durch Schimmelpilze bei bis zu 90 Prozent der dort lebenden Bevölkerung.

Eine Infektion durch Schimmelpilze findet durch die Inhalation statt. Der Krankheitsverlauf zeigt, dass eingeatmete Sporen der Schimmelpilze, die Konidien, durch eine intrazelluläre Vermehrung gesteuert werden. Dies führt dazu, dass der Körper disseminiert wird und Granulome entstehen. Bei einer ausreichenden zellulären Immunität verkalken diese. Sowohl bei der amerikanischen als auch bei der afrikanischen Histoplasmose ist der Verlauf meist asymptomatisch. Schädigungen durch diese Schimmelpilze erfolgen hauptsächlich an Leber, Milz und Knochenmark bei der amerikanischen Histoplasmose. Dies trifft vorwiegend auf Personen mit Immundefizienz (AIDS) zu. Hingegen werden überwiegend Haut- und Knochenherde bei der afrikanischen Histoplasmose geschädigt.

Bei den durch diese Schimmelpilze hervorgerufenen Hautsymptomen sind in seltenen Fällen eine angegriffene Mundschleimhaut denkbar. Möglich sind auch unspezifische Plaques, papulo-nekrotische oder tiefe Knoten, die als Folge der Infektion mit Schimmelpilze auftreten. Häufig als Begleiterscheinung der Infektion durch Schimmelpilze, treten Erythema multiforme oder Erythema nodosum auf. Diese können auch beide gleichzeitig in Erscheinung treten. Diagnostiziert werden diese Sporen der Schimmelpilze in Biopsien, Kulturen und Antigennachweis. Diese werden aus Serum und Harn gewonnen. Des Weiteren werden serologische Tests und Hauttests nach einer Infizierung durch Schimmelpilze durchgeführt.

Therapiefrei bleiben eine milde oder eine asymptomatische Infektion. Dagegen wird bei einer systematischen Infektion durch Schimmelpilze mit Itrakonazol gearbeitet, im Falle einer schweren disseminierten Histoplasmose mit Amphotericin B. Lediglich bei einer schweren durch Schimmelpilze hervorgerufenen Dissemination ist die Behandlung infaust.

Kokzidioidomykose

Um dieses Krankheitsbild hervorzurufen wird als Erreger der Schimmelpilz Coccidioides immitis freigesetzt. Die hauptsächliche Epidemiologie dieser Schimmelpilze findet dabei in semiariden Zonen statt. Diese befinden sich in Nord-, Zentral- und Südamerika, am häufigsten jedoch in Kalifornien. Trockene und alkalische Erde, die an und in der Nähe von Nagetierbauen zu finden ist, bildet Arthrosporen, welches eine Infektion durch Schimmelpilze begünstigt. Die Arthrosporen sind sehr leicht und werden aerogen verteilt durch z. B. Wind, Bauarbeiten oder Erdbeben. Auch hier ist der Infektionsweg die Inhalation der Sporen der Schimmelpilze.

Im Verlauf der Krankheit wandeln sich die inhalierten Arthrosporen zu großen Sphärulen um. In diesen werden massenhaft Endosporen gebildet. Diese werden nach Ruptur freigesetzt und führen zu disseminierten Granulomen, da sie sich lokal über die Blutbahn ausbreiten. Ca. 40 Prozent der Fälle, die sich mit diesen Sporen der Schimmelpilze infiziert haben, verlaufen asymptomatisch und ein akutes grippeähnliches Krankheitsbild entwickelt sich nach ein bis drei Wochen. Auch hier ist der Verlauf bei Immundefizienz (AIDS) schwerer.

Hautsymptome sind selten und treten nur bei disseminierter Infektion durch Schimmelpilze auf. Papulonodöse, verruköse, pustulös-abszedierende, oft fistulierende Läsionen sind dagegen unspezifisch. Bei der Diagnose werden Sphärulen histologisch im Gewebe nachgewiesen. Es werden serologische Tests und Hauttests, nach der Infektion mit Schimmelpilzen, durchgeführt. Liegt eine milde oder eine asymptomatische Primärinfektion vor, ist eine Therapie nicht erforderlich. Deutet sich eine symptomatische Infektion durch Schimmelpilze an, wird mit Itrakonazol gearbeitet, bei einer schweren Infektion mit Amphotericin B, bei ZNS-Befall mit Intrathekal. In unkomplizierten Fällen der Infektion durch Schimmelpilze stehen die Prognosen gut. Eine lebenslange Behandlung mit Intrakonazol hingegen wird bei Dissemination oder ZNS-Befall angezeigt.

Blastomykose

Weltweit können die Erreger Blastomyces dermatitidis den Schimmelpilzen entspringen. Die Hauptverbreitung befindet sich jedoch in Nordamerika. Entlang von großen Flüssen und Seen, sowie in Zentral- und Südamerika, Indien und Afrika ist die Gefahr dieser Schimmelpilze am Größten. Besonders fühlt sich der Erreger der Schimmelpilze an Flussufern wohl, da dort die Erde saurer, feuchter und nährstoffreicher ist.

Eine Infektion erfolgt durch die Inhalation der Sporen der Schimmelpilze. Der Verlauf ist hierbei deutlich aggressiver als bei der Histoplasmose. Denn nach drei bis sechs Wochen entwickeln ca. 50 Prozent der Exponierten eine akute Lungeninfektion. Die Spontanheilung ist möglich. Die Mehrheit der Infizierten, die unbehandelt bleiben, leiden zunächst an einem chronischen Lungenbefall, später an einer hämatogenen Dissemination über ZNS, Knochen und Genitalien. Auch die Reaktivation der Sporen der Schimmelpilze ist nach einer Spontanremission möglich. Liegt eine afrikanische Blastomykose vor, dominieren hier Haut- und Knochenherde in Form der granulomatösen Osteomyelitis.

Ein Hautbefall ist häufig und wirkt sich als scheibenförmiger, ulzeröser, verruköser und serpiginöser Herd aus, nachdem ein Befall der Schimmelpilze erfolgte. Die Symptome sind hierbei ähnlich der Syphiliden, Lupus vulgaris oder Leishmaniose. Erythema nodosum kommt als häufige Begleiterscheinung nach der Inhalation der Sporen der Schimmelpilze vor. Bei der Diagnose sind serologische Tests und Hauttests nicht zuverlässig. Es erfolgt ein Nachweis in Biopsien und Pilzkulturen. Bei dieser Erkrankung werden auch milde Fälle mit Itrakonazol behandelt. Mit Amphotericin B und Flukonazol werden die schweren Fälle behandelt. Ein unbehandelter Verlauf der Folgen durch Inhalation der Schimmelpilze endet meistens progredient und in vielen Fällen sogar tödlich.

Parakokzidioidomykose

Der Erreger Paracoccidioides brasiliensis der Schimmelpilze kommt in Zentral- und Südamerika vor. Am meisten gefährdet durch die Schimmelpilze sind Landarbeiter. Männer sind sogar zehn Mal häufiger betroffen als Frauen. Die Schimmelpilze befinden sich entlang den Flussläufen und breiten sich dort aus. Eine Verbindung mit Fledermäusen und Armadillos könnte möglich sein. Mögliche Übertragungswege sind die Inhalation der Schimmelpilze und die traumatische Inokulation. Bei dieser Infektion durch Schimmelpilze sind Spontanremissionen eher selten. Es handelt sich dabei um eine schwere und progrediente Krankheit.

In mehr als der Hälfte der Fälle finden sich multifokale pneumonische Herde wider. Ebenso nodulo-ulzeriöse Läsionen der Mundschleimhaut und Lymphadenopathie. Meist perioral befinden sich an der Haut pustulöse, verruköse, abszedierende und fistulierende, ulzeröse Läsionen. Diese treten häufig auf nach der Infektion durch die Schimmelpilze. Oft treten tödliche Disseminationen der inneren Organe auf. Dies ist die Folge der Kontaminierung des schlimmsten Typus dieser Schimmelpilze. Hingegen ist die Parakokzidioidomykose bei Immundefizienz nicht gehäuft.

Die Sporen der Schimmelpilze können im Eiter, dem Biopsiematerial und in den Pilzkulturen nachgewiesen werden. Verlassen sollten Sie sich nach einer Infektion durch Schimmelpilze nicht auf serologische Tests und Hauttests. Denn diese sind sehr unzuverlässig. Eine langfristige Therapie mit Itrakonazol sollte hier angesetzt werden. Bleibt die Erkrankung mit diesem Schimmelpilz unbehandelt, ist die Prognose schlecht und der Patient hat nicht die Möglichkeit, eine Gesundung zu erlangen.

Sporen der Schimmelpilze sind für das bloße Auge unsichtbar

Nach einer unbeabsichtigten Inhalation der Sporen der Schimmelpilze, oder falls Sie den Verdacht der Infizierung haben, sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen. Verschriebene Medikamente sollten Sie unbedingt so lange einsetzen, wie es Ihr Arzt Ihnen verschrieben hat. Denn auch wenn keine Symptome mehr auf der Haut, oder der Schleimhaut zu erkennen sind, handelt es sich bei den Sporen der Schimmelpilze um Überlebenskünstler. Wenn Sie das Medikament vorzeitig absetzen, wird der Pilzherd wieder größer und die Sporen der Schimmelpilze breiten sich erneut aus. Bis eine endgültige Diagnose vorliegt, kann es bis zu vier Wochen dauern. Um die Sporen der Schimmelpilze zu bestimmen, sind diese Tests allerdings sehr wichtig. Denn nur so kann eine entsprechende Medikation vorgenommen werden und alle Sporen der Schimmelpilze im Körper eliminiert werden. Eine Infektion durch Schimmelpilze ist demzufolge eine ernst zu nehmende Erkrankung.

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