Hefepilze

ShapeKrankheit durch Hefepilze

Hefepilze – Nicht nur nützlich

Wenn Sie „Hefepilze“ hören, fällt Ihnen die Nutzung von Hefepilzen in der Lebensmittelindustrie ein? Ganz richtig, einige Arten der Hefepilze werden aufgrund ihrer besonderen Fähigkeiten durchaus in der Lebensmittelverarbeitung und der Wein-, Bier- und Backwarenherstellung eingesetzt. Aber – auf der anderen Seite sind einzelne Hefepilz-Gattungen geradezu gesundheitsschädlich. Sie verursachen Haut-, Schleimhaut- und Systemmykosen, wobei es bei letzteren zu einer Infizierung der inneren Organe kommt und die Infektion zu einer schwerwiegenden Sepsis (Blutvergiftung) führen kann. Hätten Sie gedacht, dass etwa 1,5 Millionen Menschen jedes Jahr an Pilzinfektionen sterben? Kein Grund zur Beunruhigung – werden Pilzinfektionen frühzeitig erkannt, lassen sie sich gut behandeln.

Die Hefen – einzellige Pilze

Definition der Hefepilze

Hefen zählen zu den einzelligen Pilzen und 6 bis 10?m großen, Kohlenstoff benötigten Eukaryoten. Unter den Eukaryoten werden alle Lebewesen zusammengefasst, die einen Zellkern besitzen. Als Hefen bezeichnet man auch Entwicklungsstufen anderer Pilze, wobei die meisten Hefen sowie auch einige Schimmelpilze einer bestimmten Gattung, den Schlauchpilzen (Ascomycota), angehören. Der Abbau organischer Stoffe dient den Hefepilzen als Energiequellen, wobei sie auch körpereigene Stoffe wieder aufbauen. Dieses „Ernährungsverhalten“ der Hefepilze wird unter dem Begriff Heterotrophie gebündelt.

Hefepilze, die wegen ihrer überwiegenden Vermehrungsart – der Sprossung und Teilung – auch den Namen Sprosspilze tragen, besitzen eine ovale, zylindrische oder rundartige Zellstruktur. Neben der asexuellen Fortpflanzungsart existieren auch wenige Hefepilze, die sich meiotisch vermehren. Das Fortpflanzungsmittel stellen die sogenannten Sporen dar. Das Gerüst der den Menschen krankmachenden Hefepilze bildet eine stabile aus Polysacchariden aufgebaute Zellwand.

Bedeutung der Hefen in der Industrie

Kennen Sie das: Sie haben Brot gebacken und ihr Gebäck geht nicht auf? Sie merken, dass Sie die Hefe vergessen haben. Hefe wird als Triebmittel, zur wünschenswerten Lockerung oder speziellen Geschmackskomponente in der Backindustrie sowie in der Küche zuhause verwendet. Daneben finden Hefen in der Herstellung von alkoholischen Getränken Verwendung. Hefen sind in der Lage den Zucker in Alkohol und Kohlenstoffdioxid umzuwandeln.

Wenn wir durch Hefepilze krank werden

Wie wird Hefepilz übertragen?

Der wohl bekannteste Hefepilz Candida albicans ist zum größten Teil für die Erkrankungen durch Hefepilz-Infektionen verantwortlich. Hat der Mensch ein gesundes Immunsystem und eine gesunde Darmflora ist die Wahrscheinlichkeit viel geringer, dass der Hefepilz sich ausbreitet und somit Beschwerden verursacht. Alle Menschen haben Pilze, das ist normal. Liegen jedoch ungünstige Bedingungen wie ein geschwächtes Abwehrsystem, eine gestörte Darmflora oder ein übersäuertes Milieu vor, wird den Hefepilzen ein optimaler Nährboden für deren Vermehrung geboten.

Außerdem können eine unausgewogene Ernährung wie der übermäßige Verzehr von Zucker, da sich Pilze davon sozusagen ernähren, und eine längere Einnahme von Antibiotika oder anderen Medikamenten sowie Chemotherapien die Vermehrung begünstigen. Besonders an Schleimhäuten wie den Geschlechtsorganen oder dem Darm, krankem Gewebe, Nägeln oder Hautfalten breiten sich dann Hefepilze aus. Oftmals kommt es bei Erkrankungen wie Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Leukämie oder AIDS zu einer Ausbreitung des Hefepilzes.

Vor allem bei Leukämie und AIDS treten aufgrund des stark geschwächten Abwehrsystems Pilzinfektionen häufiger auf. Auch Nahrungsmittel, Hygieneartikel, das Benutzen von öffentlichen Toiletten, Körperkontakt, Krankenhausbesuche oder ungeschützter Geschlechtsverkehr können zu einer Übertragung von Hefepilzen führen. Hat sich eine Person mit einem Hefepilz infiziert oder fand eine Vermehrung des Hefepilzes im Organismus statt, spricht man von einer Mykose.

Welche Erkrankung(en) verursacht der Erreger?

Soor / Kandidose

Unter den Begriffen Soor und Kandidose (auch Candidose) werden Hefepilz-Infektionen verstanden, bei welchen vor allem der Erreger Candida albicans beteiligt ist. Es kommt zu einer starken Vermehrung des Erregers. Treten Schleimhaut- und Hautmykosen auf, verwendet man die Bezeichnung Soor; für die restlichen Mykosen wird der Begriff Candidose gebraucht. Candidosen können bei Befall von Organen, besonders wenn der Hefepilz das Gehirn, die Leber, Lunge oder die Nieren befällt, tödlich enden. Deswegen ist es wichtig, die Beschwerden genau unter die Lupe zu nehmen.

Symptome einer Hefepilz-Infektion

Die Beschwerden einer Mykose bleiben oft unbemerkt und wenn sie erst einmal auftreten, ist es nicht immer leicht, die Ursache zu finden. Das Beschwerdebild ist sehr vielfältig und hängt davon ab, wo der Pilzbefall vorliegt. Pilzinfektionen im Intimbereich können Juckreize oder ein Brennen verursachen, Hautmykosen verursachen häufig einen brennenden, juckenden und oftmals entzündeten Hautausschlag, wobei Systemmykosen aufgrund des Befalls verschiedenster Organe vielfältigere Symptome wie Schwäche, Kraftlosigkeit, Übelkeit, Magen-/Darmbeschwerden, Sodbrennen, Schwindel und Kopfschmerzen hervorrufen können.

Risikofaktoren für die Infektion mit Hefepilz

Häufig betroffen von Infektionen mit Hefepilzen sind junge, ältere und kranke Menschen. Sind bestimmte äußere Bedingungen vorhanden, ist das Risiko einer Candidavermehrung erhöht. Veränderungen der Haut oder Schleimhaut, ein schwaches Immunsystem oder eine erhöhte Schweißausfuhr können zu einer Hefepilz-Infektion beitragen. Auch Krankheiten, Stress, chronische Wunden und feuchte Stellen der Haut bieten dem Hefepilz optimale Vermehrungsmöglichkeiten.

Behandlung einer Hefepilz-Infektion

Behandelt wird eine Infektion durch Hefepilze mithilfe verschiedenster Methoden. Während die Schulmedizin Antimykotika sowie Cremes und Salben zur Behandlung von Hautmykosen einsetzt, verwenden viele Hausmittel wie Knoblauch, Granatapfel oder Kokosöl, welches die Hefepilze beseitigen soll. Trotzdem sollte bei einer Pilzinfektion Rücksprache mit dem Arzt gehalten werden.

Haben Sie sich schon einmal gefragt, ob es einen Hüter gibt, welcher über unseren Körper wacht und ihn beschützt? Nein, dann liegen Sie falsch – Unser Immunsystem ist ein wichtiges Abwehrsystem unseres Körpers. Genau deswegen und zur Vermeidung vieler Krankheiten – zur Vorbeugung von Pilzinfektionen – sollte auf ein starkes Abwehrsystem geachtet werden. Eine ausgewogene Ernährung und das intakte Immunsystem sorgen dafür, dass das Risiko einer Pilzinfektion niedriger ist.

Schimmelpilze – Teilchen in der Luft

Hätten Sie gedacht, dass die Sporen der Schimmelpilze ständig in unserer Nähe sind? Sie sind unser ständiger Begleiter, denn sie befinden sich in der Luft. Allein durch einen Windstoß können sie sich verbreiten. Doch keine Panik – eine geringe Menge ist für den Menschen ungefährlich. Gefährlich wird es, wenn eine bestimmte Konzentration erreicht wurde. Dann werden Schimmelpilzinfektionen riskant und in heimtückischen Fällen enden sie sogar mit dem Tod. Sie verursachen Haut-, Schleimhaut- und Systemmykosen. Besonders Menschen mit einem schwachen Immunsystem sind gefährdet.

Schimmelpilze – filamentöse Pilze

Definition des Erregers

Die Sporen des Schimmelpilzes, die sich auch in der Luft befinden, können wir mit bloßem Auge nicht sehen. Sie sind so winzig, dass sie nur unter dem Mikroskop erkennbar sind. In der Luft und am Boden sind sie jedoch wichtig, um organisches Material zu zersetzen. Schimmelpilze zählen zu den filmentösen Pilzen. Das bedeutet, dass sie in der Lage sind Sporen und fadenförmige Strukturen auszubilden. Sie gehören – genau wie die Hefepilze – zu den Schlauchpilzen, wobei manche von ihnen auch zu den Jochpilzen (Zygomyceten) gezählt werden.

Heutzutage sind über 100 000 Schimmelpilzarten bekannt, wobei durchaus eine höhere existierende Zahl angenommen wird. Einige Arten, darunter auch der Aspergillus fumigatus, haben eine gesundheitsschädliche Wirkung auf den Menschen. Diese Erreger produzieren für den Menschen giftige Stoffe, sogenannte Mykotoxine, die verschiedene gesundheitliche Beschwerden auslösen können. Andere Schimmelpilze finden in der Medikamenten- oder der Nahrungsmittelindustrie Verwendung.

Schimmel als geschmackvolle Würze

Immer wieder taucht das Wort „Schimmel“ auf Lebensmittelverpackungen auf. Es scheint so, als ob die Nahrungsmittelindustrie mit Schimmelpilzen werbe. Bei der Betrachtung von Schimmelpilzen ist es von großer Bedeutung zu berücksichtigen, dass es sowohl gute als auch gesundheitsschädliche Schimmelpilze gibt. In der Nahrungsmittelindustrie werden Schimmelpilze verwendet, die keine erhebliche gesundheitsschädliche Wirkung auf unseren Körper haben, den Lebensmitteln aber durchaus eine gewisse Würze verleihen.

Schimmelpilze – ein Feind vieler Menschen

Wie wird der Erreger übertragen?

Der wohl häufigste Erreger der Schimmelpilze ist der Aspergillus fumigatus, wobei Schimmelpilzinfektionen auch aufgrund der verursachenden Aspergillus-Arten Aspergillosen genannt werden. Schimmelpilze können nicht nur verschiedene Mykosen auslösen, sondern sind laut Studien auch an der Entstehung vieler Allergien beteiligt. Die Schimmelpilzinfektionen lassen sich in unterschiedliche Kategorien aufteilen: die Aspergillus-Bronchopneumonie, welche mit einem entzündetem Lungengewebe einhergeht, die allergische bronchopulmonale Aspergillose, das Aspergillom, eine Art Kolonie von Schimmelpilzen an verschiedenen Orten, die semi-invasive Aspergillose und die Angiovasive Aspergillose.

Die Sporen des Schimmelpilzes können durch die Luft eingeatmet werden. Bis zu einer bestimmten Menge bereiten die Erreger keine Probleme. Wird die Konzentration jedoch überschritten, können gesundheitliche Störungen auftreten. Die Vermehrung des Schimmelpilzes im Körper verursacht Haut-, Schleimhaut- und Systemmykosen. Besonders gefährlich ist der Erreger für Menschen mit einem schwachen Immunsystem, sowie bei anderen Krankheiten wie Diabetes oder Chemotherapien kommt es häufiger zu einer Infektion. Gefahren für eine Schimmelpilzinfektion stellen außerdem verschimmelte Nahrungsmittel sowie Sauna- und Schwimmbadbesuche dar.

Auswirkungen einer Schimmelpilzinfektion

Wie bei beinahe allen Pilzerkrankungen ist das Beschwerdebild vielfältig. Die Erreger haben Auswirkungen auf unterschiedliche Bereiche des Körpers. Sie wirken allergen und sind auch für andere Allergien mitverantwortlich. Schimmelpilze bilden Mycotoxine, die giftig für den Menschen sind. Beschwerden, die auf eine Schimmelpilzinfektion hindeuten können, sind oftmals ein Reizhusten und länger andauerndes Fieber. Schimmelpilze können unterschiedliche Organe befallen und deswegen kann eine Aspergillose Beschwerden unterschiedlichster Art verursachen. Die Anzeichen reichen von Kopfschmerzen, Nasenbluten, allergischen Reaktionen bis hin zu Brustschmerzen.

Risikofaktoren für die Infektion mit dem Erreger

Auch bei der Übertragung oder Vermehrung von Schimmelpilzen spielt die gesunde Abwehr eine entscheidende Rolle. Liegt eine Störung des Immunsystems vor, ist die Infektion wahrscheinlicher als bei einem gesunden Menschen.

Behandlung einer Schimmelpilzinfektion

Die frühzeitige Erkennung ist bei Schimmelpilzinfektionen entscheidend. Wird diese frühzeitig erkannt, können rechtzeitig Maßnahmen ergriffen werden. Doch leider werden die Infektionen erst spät erkannt oder sind sehr tückisch. Behandelt werden die verschiedensten Schimmelpilzinfektionen unterschiedlich. So kommen Antimykotikum oder Cortison häufig zum Einsatz.

Sie hätten nie gedacht, dass Schimmelpilzinfektionen durch soviel auslösen können und sogar öfters zum Tod führen? Schimmelpilzinfektionen sind auf dem Vormarsch und sollten ernster genommen werden, um sie frühzeitig zu behandeln.

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