Erreger

Pilzerreger – das sind die Übeltäter

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Pilzerkrankungen zu klassifizieren. Eine davon ist die nach dem jeweiligen Pilzerreger. Das von dem Mikrobiologen Rieth entwickelte „DHS“-System unterteilt die Erkrankungen dementsprechend in drei Gruppen:

  • durch Hautpilze (Dermatophyten) verursacht
  • durch Hefepilze verursacht
  • durch Schimmelpilze verursacht

Dermatophyten – die am häufigsten vorkommenden Pilzerreger

Hände berühren FußsohleDermatophyten sind Pilze, die sich auf der menschlichen Haut sowie auf Haaren und Nägeln ansiedeln. Deswegen werden sie auch Hautpilze genannt. Biologisch betrachtet handelt es sich hierbei um Fadenpilze. Dermatophyten sind für mehr als 70 Prozent der Pilzerkrankungen verantwortlich und damit mit Abstand die am häufigsten vorkommenden Pilzerreger. Am weitesten verbreitet ist der Fußpilz, an dem etwa 75 Prozent der Menschen mindestens einmal im Leben leiden. Auch der Nagelpilz ist keine seltene Erkrankung: Er betrifft etwa 12 Prozent der Bevölkerung. An anderen Körperstellen kann sich ebenfalls ein Hautpilz ausbreiten, zum Beispiel an den Händen oder in den Achselhöhlen.

Dermatophyten lieben ein feuchtes, warmes Klima und lauern deshalb überall dort, wo die entsprechenden Umweltbedingungen vorherrschen. In Schwimmbädern, Saunen, Gemeinschaftsduschen und Turnhallen ist die Ansteckungsgefahr mit den Pilzerregern erhöht. Eine Pilzinfektion mit Dermatophyten ist oberflächlich und macht sich meist durch einen Juckreiz bemerkbar. Auch ansonsten gesunde Menschen können betroffen sein. Eine wirksame Behandlung ist wichtig, weil es sonst im Verlauf des Befalls zu Entzündungsreaktionen und einer Superinfektion mit Bakterien kommen kann.

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Hefepilze – beim Backen ein Genuss, als Pilzerreger eine Plage

ShapeDie zweite große Gruppe der Pilzerreger sind die Hefepilze. Wenn Sie jetzt ans Backen oder die Weingärung denken, liegen Sie ganz richtig – allerdings sind die dort verwendeten essbaren Hefen nur Verwandte der Pilze, die den Menschen befallen. Hefepilze zählen zu den Sprossenpilzen und verursachen knapp ein Viertel aller Pilzerkrankungen. Sie siedeln sich vor allem auf den Schleimhäuten an, können sich aber auch auf der Haut vermehren. Eine typische Erkrankung, die durch diesen Pilzerreger hervorgerufen wird, ist der Scheidenpilz, mit dem fast 75 Prozent aller Frauen irgendwann Bekanntschaft machen.

Hefepilze können jedoch auch die inneren Organe befallen, dann spricht man von einer systemischen Mykose. Diese ist im Gegensatz zu äußeren Pilzinfektionen (oberflächlichen Mykosen) eine schwerwiegende Erkrankung, weil sie zu einer Blutvergiftung führen kann. Deshalb muss eine innere Infektion mit diesem Pilzerreger in jedem Falle ärztlich behandelt werden.

Hefen sind einzellige Lebewesen und ernähren sich von Kohlenstoffen, also von Zuckern. Sie befallen vor allem Menschen, deren Immunabwehr geschwächt ist. Außerdem werden andere Pilzarten ebenfalls als Hefen bezeichnet, wenn sie sich im einzelligen Entwicklungsstadium befinden.

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Schimmelpilze – als Pilzerreger relativ selten, aber ernst zu nehmen

Doctor examining a lung radiographyAuch mit der dritten Gruppe der Pilzerreger, den Schimmelpilzen, haben Sie im Alltag sicherlich schon Erfahrungen gesammelt. Sie entstehen ungewollt auf alten Lebensmitteln und in feuchten Räumen. Einige veredelte Sorten sind jedoch auch essbar und werden zum Beispiel bei der Käse- und Salamiherstellung verwendet.

Es gibt sehr viele Arten von Schimmelpilzen. Als Pilzerreger verursachen sie durch ihre Sporen bestimmte Krankheitssymptome. Bei uns in Mitteleuropa sind das vor allem Erkrankungen der Atemwege wie Bronchitis oder Asthma bronchiale, mitunter auch Reizungen der Augen. Schimmelpilze befallen in den meisten Fällen innere Organe und nur selten auch Haut oder Nägel. Betroffen sind fast ausschließlich Menschen mit einer geschwächten Immunabwehr. Insgesamt sind Schimmelpilze, die wie die Hautpilze zu den Fadenpilzen zählen, nur für 5 Prozent aller Pilzerkrankungen verantwortlich.

Außerhalb Europas gibt es Schimmelpilzarten, die zu schweren inneren Infektionen führen können. Bei diesen Erkrankungen verbreiten sich die Sporen durch das Blut und entwickeln sich innerhalb des Körpers zu einzelligen Vorstufen des Schimmelpilzes weiter. Diese können die inneren Organe befallen und ein Versagen derselben verursachen. Besteht der Verdacht auf solch eine systemische Mykose, zum Beispiel wenn nach einer Auslandsreise plötzlich grippeähnliche Symptome mit hohem Fieber und Gliederschmerzen auftreten, sollte dringend ein Arzt aufgesucht werden. Dieser wird rasch abklären, ob ein Pilzerreger als Ursache infrage kommt.

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