Kleienpilzflechte

Definition der Kleienpilzflechte

Young beautiful woman scraching her self.Die Kleienpilzflechte oder Pityriasis versicolor ist eine Hautmykose, also eine die Haut betreffende Pilzerkrankung. Bei der Kleienpilzflechte kommt es zu einem übermäßigen Wachstum des Pilzes Malassezia furfur auf der Oberhaut, der Epidermis. Vermehrt sich der Pilz übermäßig stark auf der Epidermis, führt dies zu verschiedenen Symptomen wie unregelmäßiger Pigmentierung oder Juckreiz. Das charakteristischste Zeichen einer Kleienpilzflechte sind klar abgegrenzte kreisförmige Flecken, deren Farbe sich von der umliegenden Haut unterscheidet.

Eine Infektion mit Malassezia-Hefen ist meist ungefährlich und niemals ansteckend. Betroffene leiden aus kosmetischen Gründen unter den Symptomen wie Schuppenbildung und Fleckenbildung. Nur in Ausnahmefällen kommt es im Rahmen einer Kleienpilzflechte zu schweren Verläufen, bei denen sich die Haarwurzeln im Brust- oder Rückenbereich entzünden, ein Krankheitsbild, was häufig mit Akne verwechselt wird. In der Mehrzahl der Fälle kommt es jedoch nur zu ästhetischen Problemen, welche als unangenehm empfunden werden, dem Körper jedoch nicht schaden.

Häufigkeit und Verbreitung der Kleienpilzflechte

Unter den Dermatosen ist Pityriasis versicolor eine der häufigsten Erkrankungen. Besonders oft sind Jugendliche und junge Erwachsene betroffen. Kleinkinder oder alte Menschen sind nur äußerst selten betroffen. Menschen, welche an Schuppen, übermäßigem Schwitzen oder an seborrhoischer Dermatitis leiden, erkranken mit höherer Wahrscheinlichkeit an einer Kleienpilzflechte.

Erreger der Kleienpilzflechte

Fast jeder Erwachsene ist mit den die Kleienpilzflechte auslösenden Hefepilzen des Genus Malassezia infiziert. Diese Hefepilze sind Teil der normalen Hautflora und verursachen als solche im gesunden Zustand keine Erkrankung. Bei einer kleinen Anzahl von Menschen kann es aus verschiedenen Gründen zu einer übermäßigen Vermehrung der Pilzorganismen kommen, was letztlich zum Krankheitsbild der Kleienpilzflechte führt. Der Erreger Malassezia furfur besiedelt die Oberhaut ab der Pubertät und bevorzugt eine feuchtwarme Umgebung, wie sie etwa im Nacken gegeben ist. Die Malassezia-Hefen ernähren sich von Lipiden auf der Haut sowie von abgestorbenen Hautzellen.

Epidemiologie

Die Kleienpilzflechte ist auf der ganzen Welt verbreitet, tritt jedoch wesentlich häufiger in Gebieten mit tropischem Klima auf. Studien zufolge kann davon ausgegangen werden, dass in nördlichen Gebieten mit gemäßigtem Klima weniger als 5 Prozent der Bevölkerung von Pityriasis versicolor betroffen ist. Im Vergleich dazu schätzen Experten die Prävalenz in tropischen Ländern auf bis zu 40 Prozent. In der gemäßigten Klimazone kommt es vor allem in den Sommermonaten zum Auftreten der Kleienpilzflechte, weil sich die Hefen bei warmem Wetter mit hoher Luftfeuchtigkeit besonders schnell vermehren können.

Ursachen der Kleienpilzflechte

Der Erreger der Kleienpilzflechte findet sich auf fast jeder gesunden Haut und es ist bis heute nicht restlos geklärt, warum sich der Hefepilz bei manchen Menschen plötzlich übermäßig stark vermehrt. Obwohl die genauen Ursachen der Kleienpilzflechte noch unbekannt sind, gibt es Risikofaktoren, welche die Umwandlung vom harmlosen Hautpilz zum pathogenen Organismus, begünstigen. Menschen, die zu trockener Haut neigen, sind nur äußerst selten von einer Kleienpilzflechte betroffen, da Malassezia furfur fettliebend ist.

Die Verwendung von fettenden Hautcremen, welche die Produktion von Talg in der Haut anregen, ist eine mögliche Ursache für die Entwicklung einer Kleienpilzflechte. Darüber hinaus sind Menschen, welche stark schwitzen und übergewichtig sind besonders häufig betroffen. Menschen, deren Immunsystem geschwächt ist oder die aufgrund von anderen Erkrankungen einer Immunsuppression unterliegen, sind ebenso häufiger von einer Kleienpilzflechte betroffen.

Darüber hinaus gibt es verschiedene Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus, die ebenso einen Risikofaktor für den Ausbruch einer Kleienpilzflechte darstellen. Auch die Einnahme bestimmter Medikamente, wie etwa Antibiotika oder hormoneller Verhütungsmittel, kann die Entstehung einer Kleienpilzflechte begünstigen. Der größte Risikofaktor ist jedoch ein feuchtwarmes Klima in Zusammenhang mit starkem Schwitzen, da dies eine ideale Basis zur Vermehrung der Hefepilze darstellt.

Symptome der Kleienpilzflechte

Das Auftreten von unregelmäßig auf der Haut verteilten bis zu 2,5cm großen dunklen oder hellen Flecken ist das Hauptsymptom der Kleienpilzflechte. Es kommt zur Hyper- bzw. c der Haut, weil die Produktion bzw. die Verteilung des Pigmentstoffes Melanin in der Haut durch die Kleienpilzflechte gestört ist. Auf der einen Seite wird durch die Bildung von Pilzteppichen auf der Haut Sonnenlicht gefiltert und die Produktion von Melanin gehemmt, auf der anderen Seite bildet die Kleienpilzflechte selbst auch Pigmente.

Dadurch kommt es bei ursprünglich heller Haut eher zu dunklen Flecken, also einer Hyperpigmentiertung, während ursprünglich braune Haut eher helle Flecken ausbildet. Obwohl der Farbton der Flecken mit dem jeweiligen Hauttyp in engem Zusammenhang steht, kann es auch bei hellen Hauttypen zur Ausbildung von hellrosa oder blassen Flecken kommen.

Typischerweise treten die Flecken nicht am ganzen Körper auf, sondern beschränken sich meist auf den Nacken, Schulter- und Brustbereich. In manchen Fällen sind auch die Arme, der Rücken und das Gesicht von der Kleienpilzflechte betroffen. Es kann auch eine vermehrte Schuppung der Haut auftreten, welche sich dann unangenehm rau anfühlt. Selten führt eine Kleienpilzflechte zu leichtem bis mittelschweren Juckreiz. Bei weiblichen Betroffenen kommt es in seltenen Fällen zu einer Entzündung der Haarwurzeln im Bereich der Brust.

Diagnose der Kleienpilzflechte

Um eine Kleienpilzflechte zu diagnostizieren, führt der behandelnde Arzt zuerst eine Blickdiagnose durch. Dabei achtet er besonders auf die Beschaffenheit der Flecken. Weiter wird der Arzt die Flecken der vermeintlichen Kleienpilzflechte mit dem Fingernagel berühren, um zu sehen, ob diese schuppen bzw. raue Stellen bilden. Weiter ist auch eine Anamneseerhebung notwendig. Dabei fragt der Arzt nach weiteren Symptomen, die typisch für eine Kleienpilzflechte sind. Danach entnimmt der Arzt eine kleine Probe der Haut, in dem er an einer Stelle mit Pigmentstörung ein paar Hautschuppen abkratzt. Die Verdachtsdiagnose Pityriasis versicolor kann nur durch eine mikroskopische Untersuchung der abgekratzten Hautschuppen bestätigt werden.

Wie kann eine Kleienpilzflechte selbst erkannt werden?

Obwohl die endgültige Diagnose nur von einem Arzt gestellt werden kann, ist es möglich, eine persönliche Verdachtsdiagnose aufzustellen. Dabei müssen Sie die Veränderungen Ihrer Haut genau beobachten und überprüfen, ob die Symptome mit denen der Kleienpilzflechte übereinstimmen. Leiden Sie an keinerlei Symptomen bis auf schuppenden, hellen oder dunklen Flecken auf der Haut, die in den typischen Bereichen auftreten, liegt die Vermutung nahe, dass es sich um eine Kleienpilzflechte handelt. Die genaue Abklärung müssen Sie jedoch von einem Arzt durchführen lassen.

Differentialdiagnose

Es gibt eine Vielzahl an Erkrankungen, welche ähnliche Symptome wie die einer Kleienpilzflechte hervorrufen können. Daher ist es besonders wichtig, während der Anamneseerhebung mögliche andere Erkrankungen ausschließen zu können. Leidet ein Patient zum Beispiel unter starkem Juckreiz oder Schmerzen, ist es äußerst unwahrscheinlich, dass tatsächlich eine Kleienpilzflechte vorliegt. Obwohl diese Erkrankungen seltener auftreten, können auch Syphilis oder Lepra ähnliche Symptome wie bei einer Kleienpilzflechte erzeugen. Darüber hinaus gibt es eine Reihe von Hauterkrankungen, welche zu Hyper- oder Hypopigmentierungen führen.

Behandlung der Kleienpilzflechte

Die Kleienpilzflechte kann sehr gut behandelt werden, auch wenn sie nicht selten im nächsten Sommer wieder auftritt und erneut behandelt werden muss. Je nach dem individuellen Krankheitsfall gibt es verschiedene Therapieansätze. Vergessen Sie jedoch nicht, dass es trotz erfolgreicher Therapie wochen- oder monatelang dauern kann, bis die Haut wieder ihr normales Erscheinungsbild angenommen hat und vollständig geheilt ist.

Topische Therapie

Die erste Maßnahme bei einer Kleienpilzflechte ist die Behandlung mit Antimykotika, also Mitteln, die gegen Pilzbefall wirken. Diese Medikamente werden lokal, also mit Hilfe von Salben, Seifen oder Cremes auf die von der Kleienpilzflechte betroffenen Stellen, aufgetragen. Besonders wichtig ist die Verwendung eines speziellen Shampoos, da die Pilze aufgrund der Behaarung leicht in der Kopfhaut überleben können. Bei den meisten Betroffenen reicht es, diese speziellen Körperpflegeprodukte ein- bis zweimal am Tag zu verwenden. Die Behandlung kann nach etwa zwei Wochen abgeschlossen werden.

Systematische Therapie

In schwereren Fällen von Pityriasis versicolor muss die Therapie auf Systemebene erfolgen. Die systematische Therapie wird nur eingesetzt, wenn die Behandlung der Kleienpilzflechte mit Cremes und Seifen fehlgeschlagen ist. In Fällen, in denen die Haarwurzeln etwa auf der weiblichen Brust betroffen sind, wird meist sofort eine systemische Therapie der Kleienpilzflechte eingeleitet. Dabei verschreibt der Arzt ein Antimykotikum in Tablettenform.

Vorbeugung und Tipps

Da noch nicht restlos geklärt ist, was genau eine Kleienpilzflechte auslöst, ist es nur schwer möglich gezielte Maßnahmen zur Prophylaxe zu setzen. Nichtsdestotrotz gibt es einige Tipps, die dabei helfen das Risiko an einer Kleienpilzflechte zu erkranken, zu senken.

1. Tipp: Überprüfen Sie Ihre Körperpflegeprodukte

Vor allem in den Sommermonaten ist es wichtig darauf zu achten, dass die Haut nicht zu stark fettet. Manche Körperpflegeprodukte, etwa Sonnenschutzcremes, enthalten Öle, welche die Talgproduktion der Haut fördern und das wiederum fördert die Entstehung einer Kleienpilzflechte. Achten Sie darauf, dass Sie Hautcremes und Duschgels verwenden, welche nicht ölhaltig sind. Eine eher trockene Haut macht es den Hefepilzen schwerer sich auszubreiten. Darüber hinaus empfiehlt es sich, Seifen zu verwenden, die einen ähnlichen pH-Wert wie die Haut aufweisen. Am besten geeignet sind also natürliche Seifen mit einem pH-Wert von etwa 5,5.

2. Tipp: Achten Sie auf geeignete Kleidung

Zu eng anliegende Kleidung aus Synthetikstoffen fördert bei heißen Temperaturen das Schwitzen und somit auch die Bildung einer Kleienpilzflechte. Empfehlenswert sind weite Kleider aus Baumwolle, da Baumwolle Schweiß aufsaugt und sich kein feuchter Schweißfilm auf der Haut bildet. Weite Kleidung ermöglicht eine ausreichende Luftzirkulation, was wiederum verhindert, dass der Körper den ganzen Tag lang in feuchter Kleidung eingezwängt ist.

3. Tipp: Körperhygiene

Eine ausreichende Körperhygiene mit den richtigen Hygieneprodukten ist äußerst wichtig und trägt auch dazu bei, dass Krankheiten wie Pityriasis versicolor verhindert werden. Durch regelmäßiges Duschen mit pH-neutralem Duschgel werden nicht nur Schmutzpartikel und abgestorbene Hautschuppen entfernt, sondern auch überschüssige Hefepilze, die zu einer Kleienpilzflechte führen können. Wichtig ist, dass Sie es mit der Hygiene nicht übertreiben. Wird die Haut zu oft und mit aggressiven Mitteln gewaschen, schadet das dem Säureschutzmantel, was wiederum für eine Ausbreitung von Hefepilzen und somit auch der Kleienpilzflechte förderlich ist.

Fazit

Die Kleienpilzflechte ist eine kosmetisch störende jedoch in den meisten Fällen völlig ungefährliche Erkrankung, welche vor allem jüngere Menschen während der Sommermonate betrifft. Eine Kleienpilzflechte ist leicht und effektiv mit Antimykotika zu behandeln.

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