Histoplasmose

Was ist Histoplasmose?

Sick Woman with Thermometer. Headache. FluHistoplasmose oder Retikuloendotheliale Zygomykose ist eine Krankheit, die in der Regel die Lungen befällt, ausgelöst durch den Pilz Histoplasma capsulatum. Viele Menschen, die sich mit diesem Pilz infizieren, erkranken nicht an Histoplasmose. In der akuten Phase der Histoplasmose entwickeln Betroffene trockenen Husten, Fieber, Brustschmerzen und ein allgemeines Krankheitsempfinden. Es existieren eine Vielzahl von Typen der Histoplasmose (akut, chronisch, disseminiert – alle Formen mit weiteren Untergruppen).

Der Histoplasmose auslösende Pilz Histoplasma capsulatum wurde zum ersten Mal 1906 von Samuel Darling beschrieben. 1932 haben Katharine Dodd und Edna Tompkins die erste Diagnose für Histoplasmose an einem Säugling gefällt. Seitdem wurde Histoplasmose auf der ganzen Welt gefunden, aber vor allem in Tälern mit hoher Temperatur und in Zentralafrika. Ein größerer Ausbruch tritt meist auf, wenn eine Gruppe von Menschen bestimmte Regionen bereist und sich infiziert.

Histoplasmose kann auch andere Säugetiere wie Hunde oder Katzen befallen, doch Tiere können die Krankheit nicht auf Menschen oder andere Tiere übertragen. Von Histoplasmose betroffene Tiere als auch Menschen zeigen überwiegend Symptome ähnlich einer Lungenentzündung.

Ursachen für Histoplasmose

Histoplasmose oder Retikuloendotheliale Zygomykose wird verursacht durch einen dimorphen Pilz (zwei Formen: Myzelien und Hefe) mit dem Namen Histoplasma capsulatum. Dieser Name ist fehlleitend, denn der Pilz besitzt keine Kapsel. Doch die frühe Forschung war davon ausgegangen. So kann Histoplasmose durch die myzelische Form ausgelöst werden, in dem diese feinen Sporen durch die Atemluft in die Lungenbläschen gelangen.

Makrophagen (menschliche phagozytäre Zellen des Immunsystems) umzingeln und nehmen die Sporen in sich auf, wo sie sich dann innerhalb von 15 bis 18 Stunden in die Hefe-Form entwickeln. Im Normalfall kann eine Histoplasmose vom Körper abgewendet werden, da die Zellen des Immunsystems die Hefe-Spuren vernichten. Doch wenn die Belastung mit Histoplasma capsulatum besonders hoch ist, kann die Abwehr nicht ausreichen und es entwickelt sich eine symptomatische Histoplasmose.

Anzeichen und Symptome für Histoplasmose

Rund 90 Prozent der Infektionen mit Histoplasma capsulatum bewirken keinerlei Symptome einer Histoplasmose. Hin und wieder werden einige der asymptomatischen Patienten kleine Narben auf Röntgenaufnahmen der Lunge aufzeigen. Symptomatische Patienten mit Histoplasmose entwickeln häufig trockenen Husten, Schüttelfrost, Fieber, Schwäche, Schweißattacken und starke Magenschmerzen – ungefähr 3 bis 14 Tage nach dem Kontakt mit dem Pilz.

Wenn die Histoplasmose weiter voranschreitet stellen sich evtl. Gewichtsverlust, Schwäche, Atemnot, Schmerzen im Brustkorb und Probleme mit der Sicht ein. Ein Anzeichen für eine Verschlimmerung der Histoplasmose sind fleckige Flächen, zu erkennen auf den Röntgenbildern – normalerweise im unteren Bereich der Lunge. Weitere Symptome treten vor allem bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem auf: Enzephalopathie, Kopfschmerzen, Verletzungen im Mundraum, Krämpfe und in seltenen Fällen auch Tod.

Die verschiedenen Formen von Histoplasmose

Histoplasmose hat drei Grundtypen und diese besitzen weitere Unterkategorien. Die Formen sind: akute pulmonale Histoplasmose – symptomatisch und asymptomatisch ? und chronische pulmonale Histoplasmose mit chronischen Lungensymptomen. Eine Histoplasmose mit Auswirkungen auf die Sehfähigkeit wird okuläres Histoplasmose-Syndrom genannt. Eine fortschreitende disseminierte Histoplasmose beinhaltet Verletzungen und Entzündungen im Mund- und Rachenbereich. Eine subakute fortschreitende disseminierte Histoplasmose hat ernste Auswirkungen auf das zentrale Nervensystem, das Gehirn oder die Haut.

Wie wird Histoplasmose übertragen?

Histoplasmose wird nicht von Mensch zu Mensch übertragen. Es sei denn, es tritt der seltene Fall einer Infizierung über ein transplantiertes Organ ein. Die meisten Infektionen geschehen durch das Inhalieren der Sporen an Orten, an dem der Pilz vermehrt wächst. Solche Orte sind beispielsweise Höhlen, in denen Fledermäuse hausen, Vogelkäfige, Hühnerhäuser und alle Orte, an denen sich große Mengen an Vogelmist sammeln. Unglücklicherweise können sich die Sporen in der Erde über Jahre halten und wenn die Erde zu Staub zerfällt, können die Erreger besonders leicht über die Luft aufgenommen werden.

Wie wird Histoplasmose diagnostiziert?

Die definitive Diagnose von Histoplasmose kann kompliziert werden, vor allem wenn der Betroffene keine Anzeichen für einen Kontakt mit den Sporen aufzeigt. Viele bakterielle und durch Pilze hervorgerufene Krankheiten zeigen ähnliche Symptome auf wie Histoplasmose. Hierzu gehören beispielsweise Sarkoidose, Tuberkulose oder die Infektion mit Blastomykose oder Aspergillus. Tatsächlich wurden vor 1932 viele Patienten mit Histoplasmose fälschlich mit Tuberkulose diagnostiziert. Und auch heute bleibt die genaue Diagnose eine Herausforderung.

Proben von Speichel, Blut oder Gewebe können auf Träger angebracht werden, die das Wachstum von H. capsulatum befördern. Wenn sich der Pilz kultiviert, ist die Diagnose Histoplasmose bestätigt. Doch bei chronischen Erkrankungen entwickeln sich die Kulturen nur in etwa 60 Prozent der Fälle und in akuten Fällen nur in 15 Prozent. Dazu kommt, dass die Ausbildung der Kulturen 2 bis 12 Wochen dauern kann; Zeit, die für eine gezielte Behandlung verlorengeht. Akute fortschreitende disseminierte Histoplasmose kann allerdings in wenigen Wochen zum Tod führen. Daher muss bei Verdacht sofort eine entsprechende Behandlung erfolgen – ohne auf die Ergebnisse zu warten.

Es existieren eine Reihen von serologischen Tests (nach Antigenen oder Antikörpern), die auf Blut, Urin oder Rückenmark angewendet werden. Diese können weitgehend genaue Ergebnisse einbringen, besonders bei chronischer, symptomatischer und progressiver Histoplasmose (75 bis 90 Prozent), doch es benötigt bis zu drei Wochen, um nur eine geringe Anzahl von akuten Fällen (15 Prozent) zu erkennen. Zudem lassen sich die Testverfahren durch andere Erreger verfälschen. Doch an Orten mit verstärkten Aufkommen von Histoplasmose, können diese Tests ausreichendes Indiz sein, um mit einer Behandlung zu beginnen.

Weitere Verfahren helfen dem Arzt evtl. dabei, die Histoplasmose zu diagnostizieren. Dazu gehören eine Auszählung der Blutzellen in einer Probe, Röntgenaufnahmen der Lunge, Computertomografie, Echokardiogramm und Tests zur Bestimmung des Levels von alkalischer Phosphatase im Blut – dieses ist bei Betroffenen erhöht. Auch andere Tests kommen als Möglichkeit in Betracht; die genannten sind nur die gängigsten. Zur Ausführung einer Biopsie muss evtl. ein Chirurg hinzugezogen werden.

Behandlung von Histoplasmose

Für Betroffene mit asymptomatischer Histoplasmose oder solchen mit akuten lokalen Entzündungen kommt eine antifungale Behandlung nicht in Frage, da sie die Histoplasmose selbständig innerhalb weniger Wochen überstehen werden. Falls die Symptome 1 Monat oder länger andauern, ist eine Behandlung mit Itraconazole, Ketoconazole, oder Amphotericin B eventuell erfolgreich.

Falls das zentrale Nervensystem von der Histoplasmose betroffen ist, oder der Patient noch an anderen Krankheiten leidet, beziehungsweise sein Immunsystem unterdrückt ist und an einer ernsten fortgeschrittenen disseminierten Histoplasmose leidet, wird eine Behandlung mit Itraconazole oder Amphotericin B vermutlich notwendig.

Die Länge der Behandlung und die Dosierungen sind jeweils abhängig vom Patienten. Im besten Fall sollte sowohl ein Spezialist für Infektionskrankheiten konsultiert werden, als auch ein Lungenspezialist. Einige neue mit Azol versetzten Medikamente sind eventuell erfolgreich bei Fällen von Histoplasmose, die auf keine andere Therapie ansprechen.

In einigen Fällen von Histoplasmose kann der Einsatz von Chirurgie nötig sein. Techniken von Operationen sind Perikardiozentese oder eine perikardiales Fenster Operation (Beide Techniken wurden entwickelt, um Flüssigkeit abzulassen, die auf das Herz drückt). Auch die Ektomie von Verwundungen in der Lunge, Operation von Lymphknoten oder des Herzens können notwendig sein, wenn die Histoplasmose entsprechende Auswirkungen auf den Körper gezeigt hat.

Komplikationen mit Histoplasmose

Der Großteil der Menschen (90 Prozent), die sich mit H. capsulatum infizieren und eine Histoplasmose entwickeln, regenerieren sich vollständig ohne weitere Komplikationen. In einigen Fällen zeigen sich kleine Vernarbungen in der Lunge. Mit ansteigender Ernsthaftigkeit der Histoplasmose steigt auch das Risiko von Komplikationen. Pleuraergüsse oder Perikarditis (Herzbeulenentzündung) treten bei 5 Prozent der akuten, symptomatischen Histoplasmose auf. Weitere 5 Prozent der von Histoplasmose Betroffenen erleiden rheumatologische Probleme wie Arthritis, Erythema nodosum oder Kokardenerythem.

Um die 90 Prozent der Patienten mit chronischer pulmonaler Histoplasmose entwickeln Verletzungen in der Lunge, Lungenfibrose, Atemnot, und einige erleiden Entzündungen der Nebenniere, was eventuell in Verbindung steht mit dem Cushing-Syndrom (erhöhte Kortisol-Level durch Übergewicht). Andere Patienten entwickeln das okuläre Histoplasmose-Syndrom, bei welchem H. capsulatum über die Lunge in die Blutgefäße der Netzhaut gelangt. Es folgt eine Entzündung auf der Netzhaut, was anschließend zur Vernarbung führen kann. Einschränkungen des Sehfelds bis zur partiellen Erblindung können die Folge sein.

Patienten mit akuter progressiver disseminierter Histoplasmose können Probleme mit ihrem zentralen Nervensystem bekommen, was zu Krämpfen, Niereninsuffizienz oder Herzproblemen führen kann. Menschen mit dieser Form der Histoplasmose benötigen umgehend eine Behandlung, ansonsten führt die Histoplasmose in wenigen Wochen zum Tod.

Wie kann Histoplasmose vorgebeugt werden?

Der Verursacher von Histoplasmose ist in Vogelgehegen, Hühnerhäusern, Höhlen oder ähnlichem zu finden, überall wo eine Ansammlung von Vogeldreck zu finden ist. Auch Baugruben sind eine Brutstätte für den Pilz. Da die Sporen sehr widerständig sind, bleiben sie in der Erde, wenn diese zu Staub zerfällt und durch die Luft weitergetragen wird.

Menschen mit schwachem Immunsystem besitzen ein erhöhtes Risiko an Histoplasmose zu erkranken und sollten Gefahrenstellen aus dem Weg gehen. Für Histoplasmose existiert kein Impfstoff. Die meisten Menschen bilden jedoch ausreichend Antikörper gegen den Befall aus, um sich zu regenerieren. Dies ist jedoch kein ausreichender Schutz gegen eine erneute Infektion mit Histoplasmose.

Prognose für Patienten mit Histoplasmose

Rund 90 Prozent der Betroffenen von Histoplasmose entwickeln keinerlei Symptome, weitere 5 bis 7 Prozent zeigen Symptome einer Histoplasmose, kurieren aber vollständig. Nur wenige Fälle von Histoplasmose schreiten so weit fort, dass sich längerfristige oder sogar lebensbedrohende Folgen (siehe Komplikationen mit Histoplasmose) ergeben; diese sind jedoch möglich. In vielen Fällen sind Betroffene einer so ernsthaften Histoplasmose bereits vorbelastet, haben beispielsweise ein geschwächtes Immunsystem. Betroffene einer chronischen pulmonalen Histoplasmose können eine eingeschränkte Lungenfunktion davontragen. Progressive desseminierte Histoplasmose kann unbehandelt innerhalb weniger Wochen zum Tod führen. Doch auch mit entsprechender Behandlung dieser Histoplasmose können Rückfälle eintreten und eine dauerhafte Behandlung kann notwendig werden.

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