Hautpilz

Adult woman with skin allergy rashDefinition: Was ist Hautpilz?

Hautpilz ist die übergeordnete Bezeichnung für Pilzformen, welche die Haut von Menschen und Tieren befallen. Diese anamorphen (asexuellen oder imperfekten) Gattungen sind Microsporum, Epidermophyton und Trichophyton. Innerhalb dieser Gattungen existieren um die 40 verschiedenen Spezies. Hautpilze verursachen Infektionen in der Haut, an den Haaren und an den Nägeln und ziehen ihre Nahrung aus dem Keratin in den erwähnten Körperbereichen. Die Entzündung entsteht hierbei als eine Abwehrreaktion des Immunsystems auf den fremden Organismus.

In den meisten Fällen beschränkt sich der Hautpilz auf den nicht lebenden Teil der äußeren Hautschicht (Epidermis), da Hauptpilze nicht fähig sind, tiefer in einen immun-aktiven Wirt einzudringen. Die Reaktion des Wirts auf den fremden Organismus kann von mild bis zu ernst variieren. Peptidasen, Elastasen und Keratinasen sind die virulenten Faktoren. Wie stark die Entzündung sich verhält oder wie schnell sie wieder abheilt, ist individuell abhängig von dem spezifischen Hautpilz und der Reaktion des Immunsystems bzw. dem Erfolg der medizinischen Therapie. Einige der durch Hautpilz hervorgerufenen Entzündungen sind auch bekannt als Ringwurm oder Tinea.

Häufigkeit von Hautpilz

Jeder dritte Deutsche hat hin und wieder mit einem Hautpilz zu kämpfen. Hierbei zählt der Fußpilz mit Abstand zu der verbreitetsten Erscheinung und damit auch zur häufigsten eintretenden Hautkrankheit. Auch der Fußpilz wird von Mensch zu Mensch oder von einem Tier übertragen. Das Risiko einer Infektion mit Hautpilz steigt mit mangelnden hygienischen Bedingungen.

Ursachen von Hautpilz

Unter normalen Bedingungen ist die menschliche Haut vollständig dazu in der Lage, feindliche Organismen von dem Eindringen abzuhalten. Die oberste Hautschicht besteht aus flachen, toten Zellen. Diese toten Zellen formen eine Schutzschicht über den anderen Hautschichten. Oberhalb dieser Schicht verfügt die Haut über einen Säuremantel. Durch die Kombination von Hautöl und Transpiration bildet dieser Säuremantel eine sehr feindliche Umgebung für viele Bakterien, Viren und Pilze. Wenn dieser Säuremantel aber zusammenbricht oder die Hautschicht einen Fehler bekommt, wird die Haut anfällig für Eindringlinge. Die häufigsten Hautpilz-Infektionen sind:

Ringwurm

Ringwurm nennen sich Infektionen mit Hautpilz, die sich auf Beinen, Armen, Oberkörper oder Gesicht befinden. Sie rufen juckende, ringförmige Ausschläge hervor.

Tinea pedis

Tinea pedis ist ine spezifische Art des Hautpilzes am Fuß. Diese Form der Infektion befällt mehr Männer als Frauen. Meist beginnt die Infektion zwischen den Zehen. Dort staut sich besonders viel Feuchtigkeit, daher ist die Gegend besonders anfällig für Infektionen. Anschließend kann sich der Hautpilz über die Fußsohle ausbreiten.

Tinea Cruris

Dabei handelt es sich ebenfalls um einen Hautpilz, der den Fuß befällt, und zwar durch eine Verletzung der Hautschicht und die Aufnahme des Organismus durch eine Verschmutzung des Bodens.

Tinea capitis

Dabei handelt es sich um eine spezielle Form des Hautpilzes, welche die Haarwurzeln anfällt und sich in Form von schwarzen Punkten auf der Kopfhaut bemerkbar macht.

Symptome bei Hautpilz

Der Hautpilz kann so gut wie jede Region des Körpers befallen, einschließlich Kopf, Arme, Beine, Oberkörper, Füße, Nägel. Diese Infektionen fallen in der Regel dadurch auf, dass sie stark jucken. Auch Rötung, Hautablösung, Risse oder ringförmiger Ausschlag können auftreten. Falls der Hautpilz die Kopfhaut oder den Bart betrifft, kann es zu Haarausfall kommen. Infizierte Nägel werden dick, verfärben sich und können sich auch verformen. Sehr ernsthafte Infektionen können zu Abszessen oder Zellulitis führen.

Diagnose von Hautpilz

Eine Diagnose von Hautpilz kann mit einem Schnelltest durchgeführt werden, mit dem über die Haut gerieben wird. Hyphen-Pilze können oft direkt erkannt werden, da sie eine fadenförmige Struktur in der obersten Hautschicht hinterlassen. Trichophyton, der verursachende Pilz für Tinea capitis, kann in kleinen dunklen Verkrustungen an den Haarwurzeln erkannt werden.

Für eine vollständige Identifikation des Hautpilzes ist die Beobachtung einer Probe auf einem Trägermedium nötig. Der Pilzwuchs setzt in 5 bis 14 Tagen ein. Eine Laboruntersuchung dieses Mediums ist die genauste Form der Identifikation des Hautpilzes. Doch weitere Informationen sind wichtig und sollten vom Patienten gestellt werden. Dazu gehören die Körperstelle des Befalls, der Wohnort, vergangene Reiseziele oder Kontakt mit Tieren. Auch der ethnische Hintergrund kann eine Rolle spielen.

Für die am häufigsten vorkommenden Hautpilze wurde ein spezieller Schnelltest entwickelt. Mit diesem wird die infizierte Hautstelle abgerieben. Im Test ist ein bakterielles Trägermedium integriert. Bei gleichbleibender Raumtemperatur entwickelt sich der Hautpilz im Test und verfärbt sich dementsprechend, so dass eine weitere Analyse unter dem Mikroskop nicht nötig ist.

Behandlung von Hautpilz

Das oberste Ziel der Behandlung von Hautpilz ist die Eliminierung des Pilzes aus den betroffenen Bereichen. Die Infektionen werden abhängig von ihrem Auftreten behandelt. Ob die Therapie oral oder örtlich durchgeführt wird, ist ebenfalls vom Hautpilz abhängig. Die ersten Maßnahmen bestehen in einer Aufklärung des Patienten über Hautpilz. Hierzu gehören das Austauschen der Fußbekleidung, das Verwenden von Pudern, um die Füße trocken zu halten, das Vermeiden des Barfußlaufens an öffentlichen Orten und des Teilens von Kleidung, Handtüchern, Kämen und anderen Gebrauchsgütern, die im häufigen Kontakt mit dem Körper sind.

Behandlung von Tinea capitis

Die systematische Anwendung von Antimykotika ist die Hauptstütze bei der Behandlung von Pilzbefall. Die Länge der Behandlung ist abhängig von der Auswahl des Mittels und kann zwischen 2 bis 8 Wochen liegen. Sicherheitsaspekte, Kosten und Effizienz sind hier abhängig von der Auswahl des Medikaments.

Griseofulvin ist das älteste orale Mittel. Neuere Mittel sind Terbinafin und Itraconazol. Alle drei sind sehr effektive, erstklassige Medikamente, vor allem für den Einsatz über kürzere Zeitperioden. Einige Analysen haben gezeigt, dass Terbinafin effektiver ist bei der Behandlung von Tinea capitis, die durch Trichophyton-Stämme hervorgerufen wurde. Der umgekehrte Fall gilt für Microsporum-Stämme.

Sowohl zu Ketoconazol als auch zu Fluconazol wurden bei Tinea capitis Studien durchgeführt. Beide Mittel haben sich als effektiv erwiesen. Somit sind sie gute Alternativen, wenn der Patient eine Intoleranz gegen Griseofulvin, Terbinafin und Itraconazol besitzt oder Kostenfaktoren eine Rolle spielen. Ketoconazol und Fluconazol werden lediglich als Mittel zweiter Wahl verwendet, da sie ein höheres Risiko für Nebenwirkungen mit sich bringen. Antifungale Shampoos lösen das Problem des Befalls in der Regel nicht. Doch sie sind eine gute Lösung, um die Weiterverbreitung des Pilzes zu stoppen.

Behandlung von Tinea faciale, Tinea corporis, Tinea cruris, oder Tinea pedis

Diese Arten von Hautpilzen sind in der Regel in der obersten Hautschicht zu finden und reagieren auf eine lokale Behandlung. Auch wenn Forschungen noch keine signifikanten Unterschiede in der Effizienz der verschiedenen lokal anwendbaren antifungalen Medikamente beweisen konnten, gibt es die Vermutung, dass die Allylamin-Gruppe der Medikamente für die lokale Behandlung vorzuziehen ist.

Tinea Pedis ist meist schwierig zu eliminieren, oder kann sich schnell weiterbilden, wenn sich ein Reservoir an Infektion im Nagelbett festsetzt oder in der dicken Hautschicht des Fußbetts. Die regelmäßige Desinfektion der Schuhe oder sogar das Ersetzen des Schuhwerks ist evtl. notwendig. Wenn der Hautpilz auch die Fußsohlen befällt, ist ein lokales antifungales Spray über die gesamte Fläche des Fußes anzuwenden. Besonders die dicke Hautschicht der Fußsohle ist ein idealer Nährboden für die Pilze, sodass eine längerfristige Behandlung evtl. notwendig wird. Bei Menschen mit Immunschwäche ist das ein häufiges Problem.

Falls eine Behandlung von Tinea faciale, Tinea corporis, Tinea cruris oder Tinea pedis scheitert, ist es gut möglich, dass es an einer falschen Ausführung der Behandlung seitens des Patienten liegt, an einer Fehldiagnose oder einem fehlenden Wissen über die Immunschwäche des Patienten.

Vorbeugen gegen Hautpilz

Körperhygiene

Wenn der Hautpilz sich erst in der Haut festgesetzt hat, kann die Therapie langwierig und unangenehm sein. Da die größten Ursachen für die Infektion mit einem Pilz aber in mangelnden hygienische Bedingungen liegen, ist es einfach dem Hautpilz effektiv vorzubeugen. Hierfür sollten nur eine Reihe von hygienischen Maßnahmen beachtet werden. So gehört zur Vorbeugung, dass nach dem Baden, Duschen oder anderer Körperwäsche alle Bereiche des Körpers gründlich getrocknet werden, und zwar mit dem eigenen Handtuch, welches auch nicht im Gebrauch einer zweiten Person ist. Besonders ist hier auf die Trocknung von Körperhöhlen wie Achseln und Kniehöhlen zu achten, aber auch die Bereiche zwischen Fingern und Zehen. An diesen Stellen sammelt sich schnell Feuchtigkeit, somit werden sie die perfekten Brutstellen für Pilze.

Kleidung

Auch was die Kleidung anbelangt, müssen einige Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden. Kleidung, die direkt am Körper getragen wird, sollte regelmäßig bei mindestens 60 Grad gewaschen werden, so dass evtl. Hautpilze vernichtet wird. Insbesondere Unterwäsche und Socken müssen jeden Tag gewechselt werden.

Problemzone Fuß

Da der häufigste Hautpilz der Fußpilz ist, gilt hier noch einmal verschärfte Vorsicht. Orte wie Badeanstalten oder öffentliche Duschen sind ein Sammelbecken für Hautpilze. Um sich nicht selbst dort mit einem Hautpilz anzustecken, sollten an diesen Orten immer Badelatschen getragen werden. Das gilt auch für Gasthäuser oder Hotels. Dort besser nicht ohne Schuhe auf dem Fußboden gehen.

Die Auswahl des Schuhwerks ist ein weiteres wichtiges Kriterium. Bereits beim Kauf und Anprobieren im Kaufhaus sollte man von den Anprobiersocken Gebrauch machen. Es ist nur schwer zu sagen, wie viele fremde Füße bereits vorher in diesen Schuhen steckten. Falls eine Person zu feuchten Füßen neigt, sollte im Frühling so schnell wie möglich von den festen Winterstiefeln zu leichteren Schuhen übergegangen werden. Je länger die Füße in einer feuchten und stickigen Umgebung sind, desto schneller entwickelt sich ein Pilz. Eine gute Routine ist es, die Füße vor dem Schlafengehen gut zu reinigen und abzutrocknen.

Da die Ansteckungsgefahr bei Hautpilz sehr groß ist, sollte beim Kontakt mit infizierten Personen Vorsicht geboten werden. Die Desinfektion (mit Spray) der eigenen Kleidung nach dem Kontakt sollte aber ausreichend sein.

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