Systemmykose

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Immer häufiger liest man in letzter Zeit, dass neben den bekannten bakteriellen Infektionen in Krankenhäusern auch immer wieder Mykosen auftauchen, die leider nicht immer glimpflich verlaufen, sondern sehr häufig zahlreiche Todesopfer fordern. Jährlich sterben in Deutschland etwa 1,5 Millionen Menschen an einer solchen Pilzinfektionen und die Zahlen steigen stetig.

Aber was sind überhaupt Mykosen?

Eine Mykose ist eine Infektionskrankheit und wird in den meisten Fällen durch eine Vergiftung oder den Verzehr von Giftpilzen hervorgerufen. Eine Mykose ist somit eine Pilzerkrankung, die parasitär verläuft. Dabei greifen die Pilze stets lebendes Gewebe an und können so sehr schweren Schaden anrichten, wenn z.B. die inneren Organe angefallen werden. (Systemmykose)

Neben dem Befall von inneren Organen bei einer Systemmykose, gibt es noch eine zweite Kategorie, nämlich die oberflächliche Mykose. Hierzu zählen vor allem Dermatophytosen und Candidamykosen der Haut und des Mundes. Besonders die Schleimhäute, Nägel und die Haut spielen hier eine besondere Rolle.

Wie verläuft eine Mykose?

Der Infektionsvorgang einer Mykose verläuft grundsätzlich immer nach dem gleichen Schema. Zunächst haftet der Erreger an den Wirt an (bei der oberflächlichen Mykose) oder dringt in diesen ein (Systemmykose). Der Wirt kann hierbei sowohl ein Mensch, Tier oder auch eine Pflanze sein. Das Eindringen bzw. das Anhaften geschieht häufig durch Sporen, die in der Luft verbreitet werden. Haben sich die Pilze angehaftet oder sind in den Wirt eingedrungen, fangen diese an zu wachsen. Der Wirt erleidet hierdurch eine Schädigung der äußeren oder inneren Organe. Sobald diese Schädigung eingetreten ist, spricht man von einer Pilzerkrankung, die dringend behandelt werden sollte. Denn nicht selten führt eine solche Pilzerkrankung zu einer lebensbedrohlichen Blutvergiftung oder zum Leberversagen und kostet zahlreichen Menschen das Leben.

Systemmykose

Bei einer Systemmykose gelangt der Erreger hauptsächlich über die Blutbahn in den Wirt. Dies geschieht in den meisten Fällen über die Lunge, nach dessen Passieren der Erreger die inneren Organe seines Wirts befällt. Genau dies macht eine Systemmykose so gefährlich. Die Systemmykose ist durch zahlreiche Todesfälle bekannt und sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Die Systemmykose zählt nämlich zu einer der sehr ernsten Erkrankungen, die vor allem für immungeschwächte Personen eine drastische Gefahr darstellt. Denn hier hat es der Erreger sehr leicht und kann schrecklichen Schaden mit einer Systemmykose anrichten.

Zu den wohl bekanntesten Systemmykosen zählen vor allem die Candidose und die Aspergillose. Aber auch die Kryptokokkose, die Histoplasmose und die Sporotrichose sind bekannte Vertreter der Systemmykose. Häufig findet man auch andere Bezeichnungen für die Systemmykose. Dies sind unter anderem die Bezeichnungen generalisierte Mykose und die Bezeichnung Endomykose.

Candidose

Der wohl bekannteste Pilz bei einer Systemmykose ist die Gattung der Hefepilze. Diese tragen hauptsächlich zu einer Schädigung der Schleimhaut (oberflächliche Mykose) wie z.B. in der Mundhöhle und in der Speiseröhre, aber auch zu einem Befall der Leber oder der Milz bei. Vor allem die Candida Sepsis führt als Systemmykose häufig zu einem schnellen und raschen Tod des Betroffenen.

Die wohl am häufigsten vorkommende Systemmykose in Krankenhäusern ist dagegen die Fungämie, die durch Blutkulturen nachgewiesen wird. Verantwortlich für diese Systemmykose sind vor allem die Erreger Candida globrata, Candida tropicalis, Candida parapsilosis, Candida krusei und viele mehr. Aufgrund der vielen unterschiedlichen Erreger wird eine gezielte Behandlung und Erforschung der Systemmykose immer wichtiger. Denn auch wenn wir uns täglich weiter entwickeln, macht dieser Fortschritt ebenfalls vor den Erregern, die zu einer Systemmykose führen, nicht halt.

Als besonders gefährlich gelten diese Art der Erreger bei einer Systemmykose für alle Patienten, die eine Knochenmarkttransplantation im Krankenhaus durchführen lassen. Denn hier haben medizinische Studien festgestellt, dass die Systemmykose eine Sterblichkeit von 40 Prozent auslöst.

Aspergillose

Eine weitere sehr bekannte Form der Systemmykose ist die Aspergillose. Diese Systemmykose wird durch Schimmelpilze der Gattung Aspergillus verursacht. Diese Schimmelpilze sind wohl jedem schon einmal begegnet und manche werden mit ihnen sehr häufig konfrontiert. Denn hierbei handelt es sich um die normalen Schimmelpilze, die man auf Obst, Brot und andern Lebensmitteln findet, wenn diese zu alt sind. Genau diese Schimmelpilze können eine Systemmykose auslösen.

Dabei ist zu berücksichtigen, dass nicht nur die Schimmelpilze, die man offensichtlich am Obst und den anderen Nahrungsmitteln erkennt, zu einer Systemmykose führen können. Vor allem die freigegebenen Sporen, die man durch die Luft einatmet sind gefährlich. Auch der Biomülleimer, der schon seit mehreren Tagen nicht mehr geleert wurde, kann zur Bedrohung mit einer Systemmykose führen. Beschwerden treten bei dieser Systemmykose meist durch Asthma und Atemwegsbeschwerden auf.

Allerdings braucht man keine panische Angst vor jedem Schimmelpilz zu entwickeln, denn grundsätzlich kann diese Art der Systemmykose einem gesunden Menschen nicht schaden. Aber vor allem immungeschwächten Personen kann diese Systemmykose zum Verhängnis werden.

Symptome einer Systemmykose

Die Symptome einer Systemmykose sind so unterschiedlich, wie ihre Vielzahl von Erregern. So ist es sogar möglich, dass Sie zum Beispiel schon seit langem von einer Systemmykose betroffen sind und einfach nichts davon merken. Manche Personen finden laut einer Studie häufig nicht mal bis zu ihrem Lebensende heraus, dass sie seit längerer Zeit an einer Systemmykose erkrankt sind.

Selbstverständlich sollten Sie jetzt nicht in Panik verfallen und sofort den Notarzt rufen, obwohl Sie keinerlei sonstige Beschwerden haben. Diese Art der Systemmykose ist nämlich nicht gefährlich und Sie können getrost Ihr Leben ohne Beschwerden weiter führen. Eine Behandlung ist also nicht zwingend notwendig. Und schon gar nicht eine intensive Untersuchung von einem scheinbar gesunden Menschen. Erst wenn die entsprechenden Symptome hinzukommen, sollte man dringend einen Arzt aufsuchen. Dieser wird alles Nötige in den Weg leiten, damit Ihnen geholfen wird und die Systemmykose sicher erkannt wird.

Zu beachten ist besonders, dass eine Systemmykose erst schleichend beginnt. Also auch schon erste Anzeichen einer Systemmykose sollten Sie keinesfalls ignorieren, sondern stets kontrollieren. So kommt es häufig bei der Eintrittstelle des Erregers zu ersten äußerlich erkennbaren Anhaltezeichen. So werden die Erreger der Systemmykose häufig über Wunden in den Körper des Wirtes geschleust. Wenn sich diese Wunde nun entzündet oder Hautinfektionen stattfinden, sollten Sie dringend einen Arzt aufsuchen, der in der Lage ist, eine Systemmykose mit Sicherheit festzustellen, oder Entwarnung geben kann.

Das Eintreten eines Erregers einer Systemmykose über die Lunge kann hingegen nicht von außen erkannt werden. Hier zeigen sich die Symptome einer Systemmykose durch starke Atemnot über einen längeren Zeitraum. Des Weiteren kann auch hohes Fieber ein starkes Indiz für eine Systemmykose sein, die hier schon zu einer Blutvergiftung geführt haben kann. Da solche Symptome der Systemmykose aber auch zu harmlosen andern Erkrankungen zählen, sollten Sie sich nicht verrückt machen und gleich mit einer schweren Form der Systemmykose rechnen. Dennoch sollte man nicht leichtfertig mit den Symptomen der Systemmykose umgehen oder diese gar ignorieren. Nur ein Arzt kann Ihnen Gewissheit geben und Sie ordnungsgemäß behandeln.

Ursachen einer Systemmykose

Die Ursachen für die Entstehung einer Systemmykose basieren auf einem geschwächten Wirt. Denn nur so kann grundsätzlich eine Systemmykose ausbrechen. Die Besonderheit zu anderen Erkrankungen ist, dass die Systemmykose den ganzen Körper befällt. Nur selten sind einzelne Organe betroffen. Eine Systemmykose macht somit vor nichts Halt.

Der Erreger Candida, der zu einer Systemmykose führen kann, ist häufig im Verdauungstrakt und in den Schleimhäuten anzutreffen, sodass diese von dort aus über die Blutbahn in den Körper gelangen, wenn der Wirt dementsprechend geschwächt ist. Die Erreger Aspergillen hingegen werden durch die Luft verbreitet, dessen Kontakt man sich nicht entziehen kann. Der Erreger der Systemmykose Kryptokokkus hingegen befindet sich hauptsächlich im Taubenkot, der ebenfalls durch die Luft verbreitet wird.

Besonders leicht ist die Erkrankung an einer Systemmykose mit den Sprotrichose-Erregen. Diese Erreger befinden sich auf verunreinigtem Holz und können leicht über eine Wunde in den Körper gelangen. Es ist also schwer, sich effektiv vor einer Systemmykose zu schützen, denn wir sind ständig mit den Erregern einer Systemmykose in Kontakt.

Diagnose von einer Systemmykose

Die Feststellung, ob eine Systemmykose vorliegt, kann nur effektiv durch die Entnahme einer Probe von dem befallenden Organ geschehen. Durch die Aufzucht (Kultivierung) des Erregers kann dieser exakt bestimmt werden und eine sichere Aussage darüber gemacht werden, ob eine Systemmykose vorliegt. Allerdings dauert dieses Verfahren extrem lange, sodass meist schon vor der endgültigen Feststellung mit der Behandlung einer voraussichtlichen Systemmykose angefangen werden muss. Aber hier sind die Fachärzte gut geschult, um schon vorab erkennen zu können, welche Behandlung für die voraussichtliche Systemmykose am besten geeignet ist.

Hierzu bedienen sich die Mediziner eines Rückgriffs zu einem sogenannten Nativpräparat. Dabei wird eine Hautschuppe der befallenden Region bei der Systemmykose unter einem Mikroskop untersucht. Sollte der behandelnde Arzt dabei feststellen, dass Hyphen in dieser Probe enthalten sind, dann ist ein Rückschluss auf eine Systemmykose sehr wahrscheinlich und diese kann jetzt dementsprechend behandelt werden.

Leider wird aus Kostengründen heute häufig auf eine gleichzeitig stattfindende Kultivierung des Erregers verzichtet. So kommen immer häufiger sogenannte Breitbandantimykotika zum Einsatz. Diese erzielen zwar häufig ihre Wirkung, aber leider nicht in allen Fällen und wirken meist langsamer, wenn ein besonderer Erreger für die Systemmykose verantwortlich ist.

Methoden zur Behandlung der Systemmykose

Die einzige effektive Methode zur Behandlung der Systemmykose ist die Verabreichung von Antimykotika. Dieses wird bei einer oberflächlichen Mykose auf die entsprechende befallende Region aufgetragen. Dies ist bei einer Systemmykose nicht so einfach. Bei einer Systemmykose wird das Antimykotikum daher im Rahmen einer systemischen Therapie intravenös verabreicht.

Als gesunder Mensch braucht man bei dem Thema Systemmykose keinerlei Ängste zu haben. Wir sind zwar die ganze Zeit mit möglichen Krankheitserregern der Systemmykose umgeben, aber ein gesundes Immunsystem ist stark genug, um grundsätzlich mit diesen klar zukommen. Nur kranke, immungeschwächte Personen sollten die möglichen Symptome nicht auf die leichte Schulter nehmen. Vor allem in Krankenhäusern lauert für diese Personengruppen die tödliche Gefahr der Systemmykose, sodass Sauberkeit und Hygiene ein bedeutendes Thema zur Vermeidung einer Systemmykose darstellt.

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