Untersuchung und Anamnese

Diagnose einer Pilzerkrankung: Ärztliche Untersuchung und Anamnese

Mycoses des pieds - SymptômesImmer häufiger stecken sich Menschen mit einer Pilzerkrankung an. Dabei kann die Pilzerkrankung von einer relativ harmlosen oberflächlichen Pilzerkrankung bis zu meist tödlich verlaufenden systemischen Pilzerkrankungen variieren. Um diese unterschiedlich erkennbaren Pilzerkrankungen festzustellen, bedarf es einer Reihe von unterschiedlichen Untersuchungen.

Welche Arten von Pilzerkrankungen gibt es?

Grundsätzlich wird zwischen zwei Arten von Pilzerkrankungen unterschieden. Zum einen gibt es die oberflächliche Pilzerkrankung. Diese Pilzerkrankung befällt vor allem die Haut, Schleimhäute und die Nägel. Die Pilzerkrankung breitet sich sozusagen auf der Oberfläche des menschlichen Körpers aus und ist meist äußerlich gut erkennbar. Dies macht eine Diagnose besonders einfach. Dies ist bei einer systemischen Pilzerkrankung nicht so leicht. Eine solche Pilzerkrankung befällt ausschließlich die inneren Organe. Genau dies macht diese Pilzerkrankung so gefährlich und fordert sofortigen Handlungsbedarf. Denn nur zu oft verläuft diese Pilzerkrankung tödlich.

Erster Schritt bei einer ärztlichen Untersuchung

Der erste Schritt, wenn Sie mit einem Verdacht auf eine Pilzerkrankung zum Arzt kommen, ist die sogenannte Anamnese. Diese wird grundsätzlich jedes Mal von einem Arzt vor der entsprechenden Behandlung durchgeführt und sollte Ihnen bestimmt schon einmal begegnet sein.Eine Anamnese ist nämlich grundsätzlich nichts anderes als das Abklären von möglichen Risikofaktoren, die mit Hilfe von Fragen durchgeführt wird. Doch ist diese Anamnese für den behandelnden Arzt oft entscheidend, um eine schnelle und effektive Behandlung einer Pilzerkrankung vornehmen zu können. Denn schon bei diesem Gespräch erkennt der Mediziner wichtige Details, die auf eine Pilzerkrankung hinweisen können.

Welche Fragen erwarten mich bei der Abklärung der Risikofaktoren einer Pilzerkrankung?

Vor allem wird der Arzt versuchen, Faktoren abzuklären, die auf eine Immunschwäche hinweisen könnten. Diese erleichtern nämlich die Ansteckung mit einer Pilzerkrankung. Denn nicht selten zählen zu den meisten Todesfällen einer systemischen Pilzerkrankung frisch operierte Personen. Hier hat es der Erreger besonders leicht in den Körper einzudringen und die inneren Organe zu befallen, sodass eine Pilzerkrankung ausbricht.

So werden Sie mit Fragen zu Vorerkrankungen, Allergien und dem momentanen körperlichen Wohlbefinden rechnen müssen. Auch die Abklärung von chronischen Erkrankungen, wie Diabetes und Rheuma gehören bei der Befragung zu einer möglichen Pilzerkrankung dazu. Auch Infektionserkrankungen wie Hepatitis oder Aids sind Risikofaktoren einer Pilzerkrankung. Selbst Kindererkrankungen, wie Masern oder Röteln werden häufig bei Pilzerkrankungen abgefragt. Besonders interessant bei einer vermutlichen Pilzerkrankung sind auch zurückliegende, lebensbedrohende Erkrankungen wie ein Herzinfarkt, der erst vor kurzem war. Denn bei der Behandlung könnten Pilzerreger in den Körper gelangt sein, die jetzt eine Pilzerkrankung ausgelöst haben.

Aber nicht nur lebensbedrohende Erkrankungen, auch Verletzungen jeglicher Art können für den Arzt bei der Diagnose einer Pilzerkrankung hilfreich sein. Denn auch hier könnten die Erreger sehr leicht in den Körper gelangt sein. Dabei ist zu beachten, dass hier auch nur Verletzungen von Bedeutung sind, die erst vor kurzem geschehen sind.

Zuletzt wird der Mediziner sich immer nach vergangenen Reisen erkunden, denn auch diese können bei einer Pilzerkrankung eine Rolle spielen. Dies ist besonders der Fall, wenn eine Pilzerkrankung schon äußerlich erkennbar ist oder die geschilderten Symptome eindeutig sind. Durch eventuelle Reisen kann der entsprechende Erreger der Pilzerkrankung örtlich eingegrenzt werden. Dies führt dazu, dass der Erreger der Pilzerkrankung schneller ermittelt werden kann. Denn manche Pilzerkrankungen gibt es nur an bestimmten geografischen Punkten. So kommen Pilze der Gattung Coccidioides nur in den Wüstenregionen im Norden Mexikos, im Süden der USA und in Mittel- und Südamerika vor.

Wenn der Arzt von einer vor kurzem durchgeführten Reise nichts erfährt, kann die Bestimmung des Erregers der Pilzerkrankung womöglich nicht mehr rechtzeitig erfolgen. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, dass eine gründliche Abklärung der Risikofaktoren einer Pilzerkrankung zu Anfang der Untersuchung erfolgt. Auch wenn manche Menschen diese Fragen als nervig empfinden, so ist diese Befragung doch unerlässlich für eine effektive, schnelle Behandlung des Patienten.

Wie macht sich eine Pilzerkrankung bemerkbar?

Neben der Abklärung möglicher Risikofaktoren ist auch die Erfragung der momentanen und kürzlich aufgetretenen Symptome bei der Feststellung einer Pilzerkrankung wichtig. Dies ist der erste Schritt Richtung Behandlung einer voraussichtlichen Pilzerkrankung. Bei einer oberflächlichen Pilzerkrankung sind die Symptome und der Befall meist sehr schnell zu lokalisieren. Die Symptome der Pilzerkrankung zeigen sich in einer Rötung der Haut oder auch starker Schuppung. Diese können brennen, jucken oder auch nässen.

Auch Bläschenbildung und Eiterablagerungen sind ein deutliches Anzeichen einer Pilzerkrankung. Dies kann sowohl an der Haut als auch an den Nägeln beobachtet werden. Auch die Schleimhäute können betroffen sein bei einer Pilzerkrankung. Dies zeigt sich meist durch extremes Jucken und auch blutige Stellen sind hier keine Seltenheit.

Durch diese Verletzungen kann der Erreger leicht in den Organismus gelangen und sich zu einer systemischen Pilzerkrankung entwickeln. Häufig merkt man in den ersten Tagen nach dem Befall mit der Pilzerkrankung noch nichts, erst nach einiger Zeit zeigen sich häufig hohes Fieber und Unwohlsein. Beim Befall der Lunge mit der Pilzerkrankung kommt es in den meisten Fällen zur schweren Atemnot. Man sollte somit niemals anfängliche Symptome einer möglichen Pilzinfektion auf die leichte Schulter nehmen. Die Symptome sollten stets im Auge behalten werden.

Erste Untersuchung einer Pilzerkrankung

Der erste Schritt bei einem Verdacht auf eine Pilzerkrankung ist die körperliche Untersuchung. Diese ist besonders effektiv bei einer oberflächlichen Pilzerkrankung. Bei dieser Pilzerkrankung schaut sich der Arzt die betroffene Stelle ganz genau an. Anhand der Schuppung und der Färbung der entsprechenden Körperstelle, kann er meist schon den Erreger der Pilzerkrankung erkennen oder die Gattung zumindest bestimmen. So sind zum Beispiel bei der oropharyngealen Candidose gelb- weißliche Beläge auf der Schleimhaut im Mund und im Rachen zu erkennen.

Bei einer systemischen Pilzerkrankung gestaltet sich die Untersuchung wesentlich schwieriger. Gerade in der Anfangszeit, kurz nach dem Einnisten des Erregers der Pilzerkrankung in den Wirt, ist die systemische Pilzerkrankung kaum von einer bakteriellen Infektion zu unterscheiden. Dies führt häufig zu Fehldiagnosen bei einer Pilzerkrankung und zu einem verspäteten Behandlungsbeginn. In einigen Fällen wird die Pilzerkrankung sogar so spät erkannt, weil die Mediziner irrtümlich von einer bakteriellen Infektion ausgegangen sind, dass der Patient die Pilzerkrankung nicht überlebt. Vor allem dies macht die frühzeitige Diagnose einer systemischen Pilzerkrankung zu einer Herausforderung jeden Arztes.

Für die Diagnose einer systemischen Pilzerkrankung bietet sich vor allem das bildgebende Verfahren an. So können mit einer Computertomographie der Lunge häufig Pilzerkrankungen bestimmt werden, aber auch eine Computertomographie des Gehirns ist heutzutage immer wichtiger. Denn besonders die systemische Pilzerkrankung macht vor keinem inneren Organ mehr halt.

Was passiert, wenn der Erreger der Pilzerkrankung entdeckt wurde?

Wenn ein Erreger einer Pilzerkrankung entdeckt wurde, gilt es, diesen schnellstmöglich zu identifizieren. Denn nur so ist eine rasche Heilung möglich. Die Feststellung, ob und welche Pilzerkrankung vorliegt, kann nur durch die Entnahme einer Probe von dem befallenden Organ geschehen. Dies geschieht meist durch Entfernung einer Hautschuppe. Diese womöglich befallene Hautschuppe durchläuft dabei zwei Verfahren, damit der Erreger der Pilzerkrankung festgelegt werden kann und die Behandlung auf den Erreger der Pilzerkrankung abgestimmt wird.

Zunächst wird die Hautschuppe mit Hilfe eines sogenannten Nativpräparates in Augenschein genommen. Dabei wird die Hautschuppe, die womöglich von der Pilzerkrankung betroffen ist, unter dem Mikroskop untersucht. Hier wird die Hautschuppe auf einen Objektträger geklemmt und mit der Substanz Tetra-äthyl-ammonium-hydroxyd versetzt. Diese Lösung zersetzt die Schuppenschicht und kann den Erreger der Pilzerkrankung zum Vorschein bringen. Durch verschiedene Färbetechniken ist die Entdeckung eines möglichen Erregers einer Pilzerkrankung fast sicher. Sobald der Mediziner unter dem Mikroskop Hyphen entdeckt, ist die Diagnose einer Pilzerkrankung gegeben und diese kann nun behandelt werden. Leider kann man in den seltensten Fällen den Erreger der Pilzerkrankung durch die mikroskopische Untersuchung eindeutig feststellen, sodass ein zweites Verfahren anhängig ist.

In diesem wird der Erreger der Pilzerkrankung kultiviert. Kultivierung bedeutet die Aufzucht des Erregers der Pilzerkrankung. Nachdem der Erreger der Pilzerkrankung erfolgreich aus der entsprechenden Hautschuppe, aus dem Blut des betroffenen Patienten oder aus anderen Flüssigkeiten des Körpers isoliert wurde, wird dieser Erreger auf verschiedene Nährböden gegeben. Hier kann sich der Erreger der Pilzerkrankung vermehren und somit eine leichtere Bestimmung ermöglichen. Aber nicht nur für die genaue Bestimmung des Erregers der Pilzerkrankung ist die Kultivierung wichtig. Auch für den Nachweis von Antikörpern gegen bestimmte Arten von Pilzen im Blut oder in anderen Flüssigkeiten des Körpers ist eine Kultivierung wichtig.

Eine Kultivierung kann allerdings nicht innerhalb von ein paar Stunden erfolgen, sondern nimmt einen wesentlich längeren Zeitraum in Anspruch. Deshalb kann vor allem bei einer systemischen Pilzerkrankung häufig nicht mit der Behandlung gewartet werden. Aus diesem Grund kommen immer öfters sogenannte Breitbandantimykotika zum Einsatz, die gegen viele Erreger einer Pilzerkrankung eine Wirkung erzielen. Meist fällt diese Wirkung allerdings relativ gering aus und im schlimmsten Fall entfaltet das Medikament überhaupt keine Wirkung bei dem betroffenen Pilzerreger. Daher ist eine Kultivierung oft unumgänglich. Leider ist dies in der heutigen Zeit meist aus Kostengründen nicht mehr der Fall, sodass die vorherige körperliche Untersuchung sowie das Abklären der möglichen Ursachen und Risikofaktoren einer Pilzerkrankung immer mehr an Bedeutung gewinnt.

Was kann ich selber tun, um bei einer genauen Diagnose der Pilzerkrankung zu helfen?

Sie sollten bei der Befragung durch den Arzt immer aufmerksam zuhören und vor allem die Fragen zur Pilzerkrankung ehrlich beantworten. Egal wie peinlich Sie die korrekte Beantwortung einer Frage auch finden, es könnte ihr Leben retten. Denken Sie bei jeder Frage genau nach und antworten Sie nicht unbedacht. Jedes Detail kann von überragender Bedeutung sein. Selbst wenn nach einem Detail nicht explizit gefragt wird, Sie es aber für wichtig halten, sollten Sie dies unbedingt Ihrem Arzt mitteilen. Nur dieser kann genau abschätzen, ob dieses Detail wichtig ist. Wenn Sie bei der Diagnose ordentlich mit machen, kann auch Ihr Arzt Sie entsprechend zuverlässig behandeln.

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