Systemische Therapie

Systemische Therapie: Hartnäckigen Pilzerkrankungen zu Leibe rücken

iv drip in woman handQuälender Juckreiz, Hautschuppung und eventuell Verfärbungen, das sind die häufigsten Beschwerden einer Pilzerkrankung. Nicht von ungefähr wird sie deshalb von vielen Betroffenen nicht nur als optisch störend, sondern auch als äußerst unangenehm empfunden. Möglich sind zudem Beschwerden wie Müdigkeit und Kopfschmerz. Eine Pilzerkrankung stellt also eine Belastung für den Körper dar und sollte daher frühzeitig behandelt werden, am erfolgversprechendsten mit einer systemischen Therapie.

Systemische Therapie heilt selbst hartnäckige Pilzerkrankungen

Insbesondere bei leichten äußerlichen Pilzerkrankungen sind die Heilungschancen groß. Doch selbst hartnäckige Pilzerkrankungen sind heute mit einer systemischen Therapie gut behandelbar. Eine rasche systemische Therapie ist bei solchen Pilzerkrankungen besonders wichtig, denn sie können nicht nur lästig, sondern auch riskant gefährlich sein.

Pilzerkrankungen sind keine Seltenheit

Pilze sind wahre Überlebenskünstler: Wenn die Bedingungen stimmen, können sie sich in Rekordgeschwindigkeit vermehren und den Körper hemmungslos in Beschlag nehmen. Nur eine systemische Therapie kann ihnen dann Einhalt gebieten. Vor allem bei Feuchtigkeit und Wärme blühen Pilze buchstäblich auf und fühlen sich daher zum Beispiel in Körperfalten wie den Zehenzwischenräumen besonders wohl.

Kein Wunder, Pilzerkrankungen gehören zu den häufigsten Infektionskrankheiten überhaupt. Infektionskrankheit bedeutet, dass eine Ansteckung mit einem bestimmten Krankheitserreger stattgefunden hat. Von Medizinern werden Pilzerkrankungen als Mykosen bezeichnet.

Die Übertragung von Pilzerregern

Pilze kommen überall in unserer Umwelt vor – ohne dass sie uns gleich krank machen. Auch viele Menschen tragen Pilze auf ihrer Hautoberfläche, im Mund oder im Darm, ohne davon krank zu werden. Denn die körpereigene Abwehr hält die Pilze in Schach. Zu einer krankhaften und krankmachenden Vermehrung kommt es erst, wenn das Immunsystem geschwächt ist oder andere begünstigende Faktoren im Spiel sind. Dazu gehört beispielsweise das eben erwähnte feuchtwarme Wohlfühlklima der Pilzerreger.

Eine Übertragung der Erreger kann direkt oder indirekt erfolgen. Eine direkte Ansteckung könnte beispielsweise über den Kontakt mit einem infizierten Menschen stattfinden. Auch Tiere, etwa Meerschweinchen, Hunde oder Katzen, können Pilzerreger übertragen. Eine indirekte Ansteckung könnte über den Kontakt mit einem Gegenstand einer infizierten Person entstehen. Einige Pilzarten können zudem über die Atmung in den Körper gelangen.

Pilze finden viele Lebensräume auf und in unserem Körper

Äußerliche Pilzerkrankungen

Pilze können die Haut, Nägel oder Schleimhäute befallen. In all diesen Fällen spricht man von oberflächlichen Pilzerkrankungen, sie sind von außen sichtbar. Die Statistik zeigt, am häufigsten treten äußerlich Fußpilz oder Nagelpilz auf. Auch der Scheidenpilz ist bei Frauen sehr stark verbreitet. Man geht davon aus, dass jede Frau im Laufe ihres Lebens einmal an einem Scheidenpilz erkrankt.

Innere Pilzerkrankungen, die einer systemischen Therapie bedürfen

In seltenen Fällen kann es auch zu einer systemischen (inneren) Pilzerkrankung kommen. Das bedeutet, die Pilze haben innere Organe befallen. Diese Pilzerkrankung tritt auf, wenn das Immunsystem stark geschwächt ist; zum Beispiel durch eine schwere Erkrankung, wie Aids oder Krebs, oder nach einer Organtransplantation. Die Pilzerreger befinden sich bei einer systemischen Pilzerkrankung im Blut und können so jedes Organ befallen.

Dies kann unbehandelt gravierende Folgen haben. Doch auch, wenn mit einer systemischen Therapie behandelt wird, gilt, je früher die systemische Therapie einsetzt, umso besser. Deshalb wird meist schon bei Verdacht auf systemische Mykose eine systemische Therapie gestartet. Würden die Ärzte mit der systemischen Therapie warten, bis die Diagnose sicher steht, würden die Patienten zu viel Zeit verlieren und die Heilungschancen sich enorm verschlechtern, auch, wenn die systemische Therapie an sich sehr wirkungsvoll ist.

Ihr Arzt kann zweifelsfrei eine Pilzerkrankung feststellen

Meist kann Ihr Arzt schon am typischen Aussehen des Befalls eine Pilzerkrankung erkennen. Im Regelfall wird er zusätzlich eine Probe entnehmen, um mittels Aufzucht den Pilz nachweisen zu können. Dazu wird der Erreger im Labor auf einem Nährboden bei warmer Raumtemperatur über drei bis vier Wochen gezüchtet. Ihr Arzt kann so feststellen, um welchen Erreger es sich genau handelt und wie er ihn am effektivsten, zum Beispiel mit einem Medikament der systemischen Therapie, behandeln kann. Bei einer systemischen Pilzerkrankung werden die Erreger in einer Blutprobe nachgewiesen.

Pilzerkrankungen können äußerlich oder innerlich (systemische Therapie) behandelt werden

Für die Behandlung von Pilzerkrankungen kommen Medikamente zum Einsatz, die Antimykotika heißen. Man könnte sie mit dem Wort „Antipilzpräparate“ übersetzen. Sie töten entweder die Pilze ab oder hemmen sie in ihrem Wachstum. Welches Medikament Ihr Arzt verordnet, hängt von der Art, der Stärke und der betroffenen Körperstelle ab. Am wirkungsvollsten sind die Medikamente der systemischen Therapie.

Äußerliche Therapie für leichte Fälle

Meist werden äußerliche Pilzerkrankungen (z.B. Fuß- oder Nagelpilz) auch äußerlich behandelt. Dazu stehen Cremes (z.B. Cremes bei Fußpilz), Salben, Sprays oder auch Lacke zur Verfügung. Sind die Schleimhäute befallen, können Medikamente auch gelutscht, als Saft getrunken oder durch ein Zäpfchen verabreicht werden. In den meisten Fällen stellt sich schon innerhalb weniger Tage eine Besserung ein. Dennoch sollten Sie darauf achten, dass Sie die Medikamente nicht frühzeitig absetzen, sondern wie empfohlen weiter anwenden. Nur so können Sie einen Rückfall vermeiden.

Bei der äußerlichen Anwendung von Medikamenten kommt es im Vergleich zur systemischen Therapie nur selten zu unerwünschten Nebenwirkungen (z. B. Rötung oder Schuppung der Haut).

Systemische Therapie für hartnäckige Fälle

Systemische Therapie bedeutet, dass die Pilzerkrankung von innen behandelt wird. Die systemische Therapie gilt als sehr wirkungsvoll. Auch, wenn andere Mittel bereits versagt haben, kann die systemische Therapie noch eine gute Option sein. Eine systemische Therapie kann aus verschiedenen Gründen in Frage kommen:

  • Der Pilzbefall ist gravierend und umfasst beispielsweise bei einem Nagelpilz nahezu den gesamten Nagel und / oder mehrere Nägel. Dann hilft keine äußerliche Anwendung mehr weiter, die systemische Therapie ist das Mittel der Wahl.
  • Die Maßnahmen der äußerlichen Anwendung wirken nicht, die systemische Therapie ist hier eine wirkungsvolle Alternative.
  • Die Medikamente zur äußeren Anwendung wurden nicht vertragen bzw. führten zu unangenehmen Nebenwirkungen. In diesem Fall wird Ihr Arzt eine systemische Therapie einleiten.
  • Es handelt sich um eine systemische Pilzerkrankung (innere Organe betroffen), die nur von innen heraus, mit einer systemischen Therapie, behandelt werden kann.
  • Es besteht der Verdacht, dass die Pilzerkrankung systemisch wird, es droht also eine Ausbreitung der Pilze ins Blut. In diesem Fall kommt nur die systemische Therapie in Frage.

Medikamente der systemischen Therapie

Bei einer systemischen Therapie verschreibt Ihr Arzt Ihnen Medikamente, die Sie meist in Form von Tabletten einnehmen. Auch Kapseln oder Saft kommen bei der systemischen Therapie in Frage. Die Wirkstoffe der systemischen Therapie gelangen über die Blutbahn in die betroffenen Bereiche. Daher der Begriff systemische Therapie, das Medikament wirkt von innen. Ein weiterer Aspekt: bei der systemischen Therapie wirken die Medikamente im gesamten Körper, was für großflächige Pilzerkrankungen wichtig ist.

Wenn innere Organe von einer Pilzerkrankung befallen sind (systemische Mykose), werden die Medikamente der systemischen Therapie auch intravenös, also über einen Zugang direkt in die Vene, verabreicht. Die systemische Therapie wird in diesem Fall meist im Krankenhaus durchgeführt.

Die Medikamente der systemischen Therapie enthalten Wirkstoffe wie beispielsweise Fluconazol, Itraconazol, Terbinafin oder Griseofulvin. Einige Wirkstoffe der systemischen Therapie sind für die Behandlung von Kindern zugelassen. Auch Jugendliche können mit systemischer Therapie behandelt werden. Eine systemische Therapie kann also breit gefächert angewendet werden.

Nebenwirkungen der systemischen Therapie

Bei der systemischen Therapie kann es zu Nebenwirkungen kommen. Als mögliche Nebenwirkung einer systemischen Therapie sind beispielsweise Fieber oder Kopfschmerzen zu nennen. Auch Erbrechen oder Magen- und Darmbeschwerden können als Nebenwirkung der systemischen Therapie auftreten. Moderne Medikamente der systemischen Therapie sind jedoch gut verträglich und führen seltener zu Nebenwirkungen einer systemischen Therapie.

Ihr Arzt wird zuvor sorgfältig abwägen, ob Sie für eine systemische Therapie in Frage kommen. Beispielsweise sollten Schwangere von der systemischen Therapie ausgeschlossen werden. Auch für Leberkranke kommt die systemische Therapie nicht in Frage. Dennoch gilt die systemische Therapie als sehr wirkungsvoll im Vergleich zur äußerlichen Anwendung mit beispielsweise Salben oder Cremes. Denn die systemische Therapie greift die Pilze gezielt und nicht nur oberflächlich an. Dies ist der große Vorteil der systemischen Therapie.

Auch bei der systemischen Therapie sollten Sie darauf achten, dass Sie die Medikamente Ihrer systemischen Therapie wie vom Arzt verordnet einnehmen. Wenn Sie die systemische Therapie vorzeitig abbrechen, besteht das Risiko, dass die Pilze trotz erfolgter systemischer Therapie zurückkehren. Dies ist nicht immer einfach, da sich eine systemische Therapie über einen langen Zeitraum hinziehen kann – aber für eine gezielte Bekämpfung der Pilze ist es leider unerlässlich, dass Sie die systemische Therapie wie vom Arzt verordnet durchzuführen.

Kombinationstherapie: äußerliche Anwendung und systemische Therapie

Manchmal ist es sinnvoll, eine äußerliche und eine systemische Therapie gleichzeitig durchzuführen. Dies wird als Kombinationstherapie bezeichnet. Die systemische Therapie ist dann die Basis, die äußere Anwendung die Ergänzung. Ihr Arzt verschreibt Ihnen bei der Kombinationstherapie beispielsweise Tabletten als Teil der systemischen Therapie und zusätzlich eine äußerliche Creme. So kann er den Pilz von zwei Fronten angreifen und schneller besiegen. Erfahrungsgemäß heilt eine Pilzinfektion, die mit einer Kombinationstherapie aus äußerlicher Anwendung und systemischer Therapie behandelt wird, tatsächlich schneller und besser.

So können Sie einer Pilzinfektion vorbeugen

Die systemische Therapie geht selbst hartnäckigen Pilzen an den Kragen. Aber Sie können auch selbst einiges tun, um einer Pilzinfektion vorzubeugen. Wie bereits erwähnt, fühlen sich Pilzerreger besonders in einem feucht-warmen Klima wohl. Wenn Sie solche Orte mit Bedacht betreten, können Sie das Risiko einer Ansteckung minimieren. Hier einige Hinweise, wie Sie eine Ansteckung mit einer Pilzerkrankung vermeiden können:

  • In Schwimmbädern, Saunen oder Gemeinschaftsduschen, etwa im Fitnessstudio oder Sportverein, sollten Sie vorsichtig sein und diese nicht barfuß, sondern nur in Badelatschen betreten.
  • Auch Teppichböden in Hotels können Pilzerreger beherbergen. Deshalb gilt auch hier, vorsorglich sollten Sie in Hotels nicht barfuß laufen.
  • Leidet ein Familienmitglied an einer Pilzinfektion, sollten Sie seine Wäsche separat und bei mindestens 60° waschen. Benutzen Sie keine Handtücher, Duschschwämme oder Waschlappen gemeinsam. Für alle Badtextilien gilt, Sie sollten sie regelmäßig und bei mindestens 60° waschen.
  • Wenn Sie selbst von einer Pilzinfektion betroffen sind, desinfizieren Sie Waschbecken, Dusche und Badewanne nach jeder Benutzung, um eine Ansteckung anderer Personen zu verhindern.
  • Vorbeugend sollten Sie darauf achten, dass Sie Socken aus atmungsaktiven Materialien tragen, zum Beispiel aus Baumwolle. Ihr Schuhwerk sollte luftdurchlässig sein, damit kein feuchtwarmes Klima entsteht, das Pilze anlockt.

Pilzinfektionen können ein Alarmsignal sein

Wenn eine Pilzerkrankung auftritt, heißt das, die Erreger haben es geschafft, Ihr Immunsystem zu schlagen und damit die natürliche Grenze Ihres Körpers vor Krankheitserregern zu passieren. Die Frage liegt also nahe, ob Ihr Immunsystem noch in Takt ist oder ob Maßnahmen nötig sind, um es wieder auf Trapp zu bringen. Sie können Ihr Immunsystem auf vielerlei Art unterstützten:

  • Eine gesunde Ernährung ist eine gute Basis für ein gesundes Immunsystem. Ihre Ernährung sollte ausgewogen und abwechslungsreich sein.
  • Machen Sie Sport. Das stärkt das Immunsystem und macht zudem den Kopf frei.
  • Sind Sie gestresst oder haben Sie genügend Zeit und Gelegenheit, um auch mal abzuschalten?

Bei hartnäckigen Pilzerkrankungen führen systemische Therapie und Geduld ans Ziel

Egal, wie wirkungsvoll die systemische Therapie auch ist, hartnäckige Pilzerkrankungen lassen sich leider nicht so schnell beseitigen. Auch eine systemische Therapie muss häufig über einen langen Zeitraum erfolgen. Sie müssen in der Regel bei der systemischen Therapie mit einer Behandlungsdauer von mehreren Monaten rechnen. Bei einem Nagelpilz kann sich die systemische Therapie sogar auf einen Zeitraum von einem Jahr und länger hinziehen. Die genaue Dauer der systemischen Therapie richtet sich nach dem Ergebnis Ihrer Kontrollbefunde.

Bei der Behandlung hartnäckiger Pilzerkrankungen mit systemischer Therapie gilt die Devise, lieber die systemische Therapie lange und gründlich durchführen, als kurz und unvollständig. Nur, wenn Sie genug Zeit und Geduld für die systemische Therapie aufbringen, können Sie und Ihr Arzt sicher sein, dass Sie mit der systemischen Therapie allen Pilzen erfolgreich zu Leibe gerückt sind.

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